VT Aurubis meldet sich mit 3:0 gegen Münster zurück

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Hamburg. Als sich die Bundesliga-Volleyballerinnen des VT Aurubis Hamburg bei den 1533 euphorisch feiernden Zuschauern in der CU-Arena für die Unterstützung bedankt hatten, führte Kim Staelens' erster Gang in die Ecke der Haupttribüne. Dort wartete, auf dem Arm des Vaters, die 15 Monate alte Tochter Lynn auf die Mama, sie streckte ihr die Arme entgegen. Für die niederländische Zuspielerin war es der Moment des Abends. "Wenn ich meine Tochter in den Arm nehmen kann, ist alles andere vergessen", sagte sie.

Dabei hatte Staelens, anders als fünf Tage zuvor nach dem 0:3 gegen Alemannia Aachen an selber Stelle, keinen Grund, etwas vergessen zu müssen. Mit einem in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten 3:0 (25:23, 25:18, 26:24)-Sieg innerhalb von 76 Minuten gegen den Titelkandidaten USC Münster hatten die VTA-Damen nicht nur eine aufkommende Sinnkrise im Keim erstickt, sondern ihrer besten Spielerin auch ein schönes Geschenk zum 30. Geburtstag gemacht. "Ich bin sehr glücklich über den Sieg, die Erleichterung ist riesengroß, denn nach dem Aachen-Spiel war der Druck in der vergangenen Woche schon extrem", sagte Kim Staelens.

Ihr Vater, Trainer Jean-Pierre Staelens, hatte auf eine derartige Reaktion seines Teams gehofft. "Nach einem schwarzen Tag wie gegen Aachen gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann liegen bleiben, oder aufstehen und an sich glauben. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Mädels den Glauben an ihre Stärke gefunden haben", sagte er. Angetrieben von der mit 18 Zählern punktbesten Außenangreiferin Lousi Souza Ziegler zeigte sich Aurubis in allen Bereichen stark verbessert und überzeugte vor allem mit mannschaftlicher Geschlossenheit und emotionalem Einsatz - Faktoren, die einige Spielerinnen nach der Aachen-Pleite bemängelt hatten.

Der erste Saisonsieg gegen eins der Top-vier-Teams sollte, so glaubt Trainer Staelens, das Selbstvertrauen der Mannschaft stärken. "Wir haben uns jetzt bewiesen, dass wir oben mithalten können. Das ist sehr wichtig für den Kopf", sagte er. Am Sonnabend (19 Uhr) in Wiesbaden wird sich zeigen, ob die neue Stabilität auch für souveräne Siege gegen schwächere Gegner reicht.

( (bj) )