In diesem Wettkampf gibt es nur Gold

München ist jetzt auch offiziell Kandidatenstadt für die Olympischen Winterspiele 2018. Die Entscheidung fällt in einem Jahr in Durban

München. Es muss nicht immer Bayern München sein, wenn auf dem Marienplatz ein Sportereignis gefeiert wird. Gestern war es nur eine Formalie, die das Internationale Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne mitteilte. Und doch jubelten mehr als tausend Münchner, als hätte die bayerische Metropole bereits den Zuschlag für die Winterspiele 2018 erhalten. Richtig ist: Seit diesem Dienstag darf sich München offiziell "Kandidatenstadt" nennen.

Drei Bewerber für 2018 hatte es schon am Rande der Winterspiele im Februar in Vancouver gegeben. Jetzt hat das IOC München, das südkoreanische Pyeongchang und das französische Annecy nach einer eingehenden Prüfung den Kandidatenstatus erteilt. Annecy gilt allerdings wegen Mängel im Sportstättenkonzept als Außenseiter.

"München hat in vielen Punkten mit Pyeongchang zusammen sehr gute Bewertungen erhalten", sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und IOC-Vizepräsident. "Vor allem im Bereich Sportstätten und Umweltschutz/Ökologie. Aber Pyeongchang bleibt Favorit. Es hat die Erfahrung von zwei Bewerbungen." Die Koreaner waren zweimal hintereinander gegen Vancouver (2010) und Sotschi (2014) gescheitert.

München wäre die erste Stadt der Olympiageschichte, die sowohl Sommer- (1972) als auch Winterspiele ausrichtet. Zuletzt allerdings hatten sich deutsche Kandidaten erfolglos beworben. Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012) waren jeweils früh ausgeschieden.

Der Status einer Kandidatenstadt bedeutet, dass sich der Bewerber nun auch international präsentieren kann. Sportgrößen wie Rosi Mittermaier, Katarina Witt und Georg Hackl versprachen, ihr "Herzblut" in die Bewerbung zu stecken. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Münchens Bewerbung eine "nationale Aufgabe, die wir nach Kräften weiter unterstützen werden". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer verwies auf "die Wintersportbegeisterung unserer Bevölkerung, herausragende Sportler, eine optimale Infrastruktur" und das Konzept für die angeblich "umweltfreundlichsten Spiele seit Jahrzehnten". Von Geld war nicht die Rede. Genau das aber mahnte Thomas Bach an: die Politik müsse nun die finanziellen Garantien erhärten.

Das Projekt München 2018 kostet derzeit 3,1 Milliarden Euro. Der Etat des Organisationskomitees (1,1 Milliarden) enthält alle Ausgaben für die Durchführung der Spiele. "Hier erwarten wir bald Nachricht vom IOC, wie hoch sein Zuschuss sein wird. Wir wollen unter dem Strich Gewinn machen", sagt Bernhard Schwank, Münchens Olympia-Geschäftsführer. Den Etat für infrastrukturelle Maßnahmen (2 Milliarden) finanziert nach Zusage von Kanzlerin Angela Merkel die Bundesregierung zur Hälfte, ein Großteil kommt von privaten Investoren, dem Land Bayern, ein geringer Teil von den Kommunen.

Am 6. Juli 2011 stimmen die Herren der Ringe im südafrikanischen Durban über Münchens Schicksal ab. In diesem Wettbewerb gibt es nur Gold, kein Silber oder Bronze.