Handball: HSV wieder gegen Ciudad Real

Das vorweggenommene Champions-League-Finale

Hamburg. "Oh, Heimspiel", rief Martin Schwalb, als seine Handballmannschaft als Erste der acht verbliebenen aus dem Champions-League-Lostopf gefischt wurde. Die Lacher waren ihm sicher: Die Teilnehmer am Final-Four-Turnier in Köln Ende Mai werden schließlich im Hin- und Rückspiel ermittelt. Sekunden später war dem Trainer des HSV Hamburg, der die Liveübertragung der Auslosung in der Color-Line-Arena verfolgte, das Lachen erst einmal vergangen: Ausgerechnet Titelverteidiger BM Ciudad Real ist der Gegner im Viertelfinale. Jene Mannschaft also, die den HSV in den beiden Vorjahren das Finale verbaute und auch die beiden Duelle in der Gruppenphase für sich entscheiden konnte.

"Diesen Gegner kennen wir sehr gut", sagte Schwalb. Ob das nun ein Vor- oder ein Nachteil ist, ließ er offen. "Aber wir haben eine realistische Chance, und das werden wir auch zeigen." Das Hinspiel findet am 24. April in der Color-Line-Arena statt (Vorverkauf für Dauerkarteninhaber ab Donnerstag, 12 Uhr), das Rückspiel in Spanien wohl am 2. Mai. Die Anwurfzeiten stehen noch nicht fest.

"Schade" findet Hamburgs sportlicher Leiter Christian Fitzek vor allem, "dass eine dieser beiden Weltklassemannschaften in Köln nicht dabei sein wird". Es ist kaum übertrieben, das Duell des deutschen und des spanischen Tabellenführers als vorweggenommenes Endspiel zu sehen. Der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit: "Wir haben immer gesagt, dass der HSV auf dem Weg zur Titelverteidigung der härteste Rivale ist", sagte Ciudad Reals Coach Talant Dujshebaev. Für seine Mannschaft spricht allerdings viererlei: Sie hat seit 2006 dreimal die Champions League gewonnen und dreimal die Meisterschaft. Sie ist in 35 Liga- und Champions-League-Spielen in dieser Saison ohne Punktverlust - nur in den nationalen Pokalwettbewerben gab es Niederlagen gegen Barcelona und León. Sie hat im Rückspiel Heimrecht. Und sie hat von sechs Duellen mit dem HSV lediglich eins verloren.

Torwart Johannes Bitter glaubt aber, "dass wir uns seither weiterentwickelt haben". In der Gruppenphase sei man noch nicht so eingespielt gewesen wie jetzt. Trotzdem hätte auch er sich lieber Veszprem als Gegner gewünscht, "denn da war ich noch nicht". Die Ungarn wurden Rekordsieger FC Barcelona zugelost. Der THW Kiel trifft in einem deutschen Viertelfinale auf die Rhein-Neckar Löwen, außerdem spielt Tschechow (Russland) gegen Montpellier. Im Halbfinale des Pokalsiegerwettbewerbs trifft Gummersbach auf San Antonio (Spanien), im EHF-Pokal spielen Lemgo gegen La Rioja (Spanien) und Flensburg gegen Schaffhausen.