Menschlich gesehen

Schachkönig mit 18

Er liest gern Krimis, zum Beispiel die von Dan Brown, kompliziertere Fälle aber löst er doch lieber selber. Niclas Huschenbeth , 18 Jahre alt, Abiturient am Wilhelm-Gymnasium mit den Leistungsfächern Deutsch und Biologie, ist der neue König des deutschen Schachs. In Bad Liebenzell gewann der Bundesligaspieler des Hamburger Schachklubs den nationalen Titel, als einer der Jüngsten aller Zeiten. Auf der Rückreise besuchte er seine Oma in Thüringen.

Kampfgeist zeichnet ihn aus, Siegeswille wie das genaue Berechnen langer Zugfolgen. Wenn andere müde werden, behält er auch in der sechsten Spielstunde einen klaren Kopf. Die Ausdauer holt sich der kommende Großmeister beim Fußball. Er kickt regelmäßig mit Freunden, oft stundenlang. Im Winter schließt ein befreundeter Lehrer die Schulturnhalle auf. Sein Lieblingsklub? "Der HSV!"

Vor einem Jahr hatte Niclas Huschenbeth das Schachbrett für drei Monate in die Ecke gestellt. Die Leidenschaft kehrte schnell zurück. "Jetzt weiß ich, dass mir Schach sehr viel bedeutet." Im Sommer wird er für zwölf Monate zur Sportförderkompanie der Bundeswehr gehen. Training und Turniere werden dann auf seinem Dienstplan stehen - und der Aufstieg in die Top 100 der Welt, glaubt Christian Zickelbein, der Vorsitzende seines Vereins.

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