Frank Mackerodt

Ex-HSV-Aufsichtsrat kämpft sich nach Koma zurück ins Leben

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42 Tage hatten ihn die Ärzte nach einer schweren Blutvergiftung und einer Bauchfellentzündung in ein künstliches Koma versetzt.

Hamburg. Wenn morgen das Programm des Hamburger Jubiläums-Marathons vorgestellt wird, der am 25. April zum 25. Mal gelaufen wird, wird ein Mann fehlen, der die Veranstaltung in den vergangenen 13 Jahren mit geprägt hat: Frank Mackerodt (46). Der Geschäftsführer der Hamburger Agentur Act, 111-maliger Volleyball-Nationalspieler des HSV und acht Jahre lang HSV-Aufsichtsrat, liegt seit dem 2. November im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE).

Den Kampf auf Leben und Tod hat er inzwischen gewonnen. 42 Tage hatten ihn die Ärzte nach einer schweren Blutvergiftung und einer Bauchfellentzündung in ein künstliches Koma versetzt, insgesamt 70 Tage verbrachte er auf der Intensivstation. "Es geht mir jeden Tag ein bisschen besser", sagt er heute. Seine Stimme klingt noch schwach, aber der Optimismus ist aus jedem seiner Sätze herauszuhören. Die Ärzte machen ihm Mut. "Ich werde wieder vollkommen gesund, haben sie mir versichert." Ein Jahr werde es aber wohl dauern, bis er voll belastbar sei. In zehn Tagen soll er in einer Spezialklinik ein Reha-Programm beginnen.

Derzeit kann sich Mackerodt nur mithilfe eines Rollators bewegen. Er macht kleine Schritte, die Anstrengung ist ihm anzusehen, aber auch sein Wille ist zu spüren, den Weg zurück ins Leben zu finden. "Ich bin ein Kämpfer. Der war ich immer. Viel mehr konnte ich ja nicht", scherzt er.

Nach zehn Wochen Intensivstation hatte sich seine Muskulatur dramatisch zurückgebildet. Auch muss er zum Teil weiter künstlich ernährt werden. "Ich kann froh sein, dass ich überlebt habe. Es habe Spitz auf Knopf gestanden, haben mir die Ärzte gesagt. Es gab Tage, da hatten sie nur noch wenig Hoffnung", erzählt Mackerodt. "Das einzig Schöne daran ist, dass ich von alledem nichts mitbekommen habe. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich mit großen Bauchschmerzen ins Krankenhaus gefahren bin und operiert werden sollte. Danach weiß ich nichts mehr, bis zu dem Zeitpunkt, als mich die Ärzte wieder aufgeweckt haben." Da war es kurz vor Weihnachten.

Vier Wochen bevor sein Leben diese Wendung nahm, hatte sich Mackerodt freiwillig ins Krankenhaus begeben. Weil alle Diäten nichts halfen, er von seinem Gewicht von 152 Kilogramm bei 1,91 Meter Größe seit Jahren nicht herunterkam und deswegen erste gesundheitliche Probleme auftraten, hatte er sich zu einer Magenverkleinerung entschlossen. Die Operation gelang. Zehn Tage später stellten sich jedoch Komplikationen ein.

Mackerodt war ein Risikopatient, er hat Krampfadern. Schon zu seiner Zeit als Leistungssportler hatte ein Thrombus zu einer Lungenembolie geführt. Seitdem nimmt der zweifache Familienvater blutverdünnende Mittel. Diesmal wanderte der Thrombus in den Darm, störte die Durchblutung des Organs. Der Darm wurde brüchig, Sekrete traten in den Bauchraum und führten zu lebensgefährlichen Vergiftungen. Bis heute ist der Bauchraum geöffnet. Er muss weiter gesäubert werden. "Das war einfach Pech", sagt Mackerodt, "wenigstens habe ich abgenommen." Er wiegt jetzt 108 Kilo.

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