Notizen aus Vancouver

Goldig: Mit ihrem Olympiasieg über 1000 Meter ist die Chinesin Wang Meng zur erfolgreichsten Shorttrackerin der Olympiageschichte aufgestiegen. Die 15-malige Weltmeisterin holte nach den Siegen über 500 Meter und mit der Staffel in Vancouver ihr drittes Gold, dazu war sie bereits 2006 in Turin einmal erfolgreich gewesen.

Ohnmacht: Mit heftiger Kritik an den Olympiaveranstaltern hat der deutsche Snowboarder Patrick Bussler auf sein Achtelfinalaus im Parallel-Riesenslalom reagiert. "Jeder Weltcup wäre unter diesen Bedingungen verschoben worden. Da hätte ich auch gleich mit geschlossenen Augen fahren können", sagte der 25-Jährige. Bei Dauerregen und Nebel war Bussler gegen den Schweizer Simon Schoch in beiden Läufen gestürzt.

Oldie: Die schwedische Skirennläuferin Anja Pärson will ihre Karriere möglicherweise doch in der kommenden Saison fortsetzen. Ursprünglich hatte die 28-Jährige nach Olympia aufhören wollen, nun sagte sie: "Ich kann nach der Sommerpause noch einmal zurückkehren. Es sprechen mehr Dinge dafür als dagegen."

Diskussion: Um die Zukunft von Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp hatte es nach Platz elf, dem schlechtesten Olympiaresultat der Geschichte, zuletzt eine Menge Gerüchte gegeben. Nun meldete sich der frühere deutsche Nationalspieler Ralph Krueger, der nach Olympia als Nationaltrainer der Schweiz aufhört, zu Wort. "Das deutsche Eishockey hat eine aufregende Zukunft vor sich. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie in der Schweiz. Das würde mich schon reizen", sagte Krueger. Im Deutschen Eishockey-Bund will man sich zu Spekulationen nicht äußern. Krupp solle auch bei der Heim-WM im Mai das Team betreuen.

Bierlaune: Die kanadischen Eishockeyfrauen haben sich für ihre umstrittene Siegesfeier nach dem 2:0-Finalerfolg gegen die USA entschuldigt. Das Team hatte auf dem Eis mit Bier und Zigarren gefeiert und sich damit den Zorn des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zugezogen, das Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit nicht toleriert. "Wir wissen, dass wir besser in der Kabine gefeiert hätten. Das tut uns leid", sagte die kanadische Spielerin Jayna Hefford.

Yang Zhou: Die chinesische Shorttrackerin kann ihre beiden Goldmedaillen in ihrer Heimatstadt Changchun an neue Wände hängen. Die Eltern der 18-Jährigen bekamen von der Regierung nach den Triumphen der Tochter eine größere Wohnung zugeteilt.

Erfolg: Die Olympischen Spiele von Vancouver haben auch am Abschlusswochenende für großartige TV-Quoten gesorgt. Den kuriosen Triumph der Eisschnellläuferinnen im Teamwettbewerb sahen bei der ARD 7,39 Millionen Menschen. Nur 410 000 mehr hatten zum gleichen Zeitpunkt im ZDF "Wetten, dass..." eingeschaltet. ARD-Teamchef Wolf-Dieter Jacobi sagte: "Die Resonanz liegt über unseren Erwartungen. Es war angemessen, 18 Stunden am Tag Olympia zu senden."