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Teure Spiele: Olympia hat seinen Preis

Vancouver/Whistler. Bereits vor der Eröffnungsfeier standen die ersten Sieger und Verlierer der 21. Olympischen Winterspiele fest. In Whistler, dem Ort der Schneewettbewerbe 125 Kilometer nördlich von Vancouver, haben die Inhaber von Geschäften und Restaurants schon einmal Bilanz gezogen. Das Ergebnis: Wer mit seinem Laden in der Sperrzone um die Wettkampfstätten und Organisationsbüros liegt, dem sind die Umsätze bereits jetzt um bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Die frei zugänglichen Geschäfte freuen sich dagegen über Zuwächse von bis zu 40 Prozent in den Wochen vor den Spielen, einige Bars und Imbisse konnten zuletzt ihre Einnahmen sogar verdoppeln.

Besonders ärgerlich für viele Ladeninhaber ist: Leute aus dem Organisationskomitee stellen ihre Autos frühmorgens auf die Kundenparkplätze und lassen sie den ganzen Tag dort stehen. Proteste halfen nichts und auch keine Blockaden. Die räumte die Polizei weg. Ohne Parkplatz geht der Nordamerikaner jedoch nur ungern einkaufen. Ganz schließen musste ein Geschäft für Helikopter-Ski. Der Luftraum über Whistler ist aus Sicherheitsgründen seit einer Woche gesperrt.

Das Geschäft ihres Lebens wittern wiederum Unternehmen, die in Whistler an den Marktplatz der Medaillenverleihung grenzen. Sie haben ihre Öffnungszeiten für die nächsten 16 Tage um vier Stunden bis 23 Uhr verlängert und zusätzliches Personal eingestellt. 50 000 Touristen werden täglich erwartet. Geld müssen sie auf jeden Fall mitbringen. Die Preise in dem ohnehin teuren Whistler haben zu Olympia noch einmal kräftig angezogen. Ein Hotelzimmer kostet in den meisten Herbergen dreimal so viel wie vor einem Jahr, ein Frühstück doppelt so viel. Die Gäste, die das mitbekommen haben, verpflegen sich jetzt selbst. Aber auch in den Supermärkten sind Schnäppchen Mangelware. Olympia hat eben seinen Preis.

Da darf sich freuen, wer in Vancouver die Spiele erleben will. Die Preise für Essen und Trinken haben sich gegenüber 2009 nur moderat erhöht, große Aufschläge wären bei der Vielzahl der Läden in Downtown wohl nicht durchzusetzen gewesen. Die anfängliche Goldgräberstimmung, die in der Stadt 2003 nach dem Zuschlag durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) herrschte, ist an vielen Orten in Ernüchterung umgeschlagen. Allgemeiner Tenor: Das erhoffte ganz große Geschäft wird ausbleiben.