Die Wintersport-Kolumne

Andreas Wank macht große Sprünge

Den erhofften Heimsieg gab es nicht beim Biathlon-Fest in Ruhpolding. Doch vier Podestplätze vor 95 000 Fans im Chiemgau nährten die Hoffnung auf olympisches Edelmetall in Vancouver. Im finalen Rennen konnte Schlussläufer Michael Greis den Rückstand nicht mehr aufholen - für die Herren-Staffel reichte es nur zu Platz vier. "Ein Resultat, wie man es sich nur wünschen kann" hatte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang beim Massenstart-Rennen der Frauen gefeiert: Simone Hauswald ("Das war ein perfektes Rennen") als Zweite und Magdalena Neuner als Dritte stürmten aufs Podest, Martina Beck als Vierte und Kati Wilhelm auf Platz fünf landeten knapp dahinter.

Die großen Sprünge von Andreas Wank kamen überraschend - und gerade noch rechtzeitig. In Sapporo flog der Oberhofer Skispringer zum ersten Mal in seiner Karriere so weit, dass es für Platz zwei reichte. "Ein Traum ist wahr geworden", sagte Wank nach seinen Sätzen auf 126 und 136,5 Meter, "das waren meine besten Sprünge." Am zweiten Tag bestätigte er seine Leistungen von der Großschanze mit Platz fünf - der Lohn war das Olympia-Ticket. Tagessieger in Sapporo wurden Thomas Morgenstern (Österreich) und der Schweizer Simon Ammann.

Mit dem Titelgewinn wurde es nichts für Jenny Wolf , dennoch bereute Deutschlands schnellste Eissprinterin die lange Reise nach Japan nicht. Bei den Sprint-Weltmeisterschaften in Obihiro auf Hokkaido langte es immerhin zu Bronze. "Natürlich habe ich noch einmal versucht anzugreifen", sagte die Weltrekordlerin, "aber die Müdigkeit nach dem harten Training war nicht so einfach aus den Gliedern zu schütteln." Dann musste sie auch noch mit einem Erdbeben fertig werden. "Das Hotel hat ganz schön gewackelt und geknarrt", sagte sie. Vor der Berlinerin platzierten sich die Südkoreanerin Lee Sang-Hwa und Sayuri Yoshii aus Japan. Immerhin gewann Wolf das zweite Einzelrennen über 500 Meter in 38,24 Sekunden. Die Goldhoffnungen auf ihrer Spezialstrecke sind intakt: "Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause."

Der Oberhofer Bobfahrer André Lange hat sich die Favoritenrolle für die Olympischen Spiele zurückerobert. Beim Weltcup-Klassiker in St. Moritz triumphierte der 36-Jährige gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden. Zunächst gewann er im Zweierschlitten mit Kevin Kuske (Oberhof), allerdings zeitgleich mit den Kanadiern Lyndon Rush und Lascelles Brown. Im Vierer, bei dem auch René Hoppe und Martin Putze , ebenfalls aus Oberhof, an Bord waren, setzte er sich mit 25 Hundertstelsekunden Vorsprung gegen seinen Teamkollegen Karl Angerer (Königssee) durch. Cheftrainer Raimund Bethge schwärmte: "André fährt sich frei."

Ronny Ackermann hat die Hoffnungen auf einen Olympiastart beinahe aufgegeben. Zwar setzte sich der Dermbacher beim Weltcup in Chaux-Neuve zweimal gegen seinen internen Konkurrenten Georg Hettich (Schonach) durch, doch sagte er nach den Plätzen 18 und 28: "Die Leistungen sind einfach zu schwach." Doppelsieger wurde der Norweger Magnus Moan.