Boxen: Hamburger Superweltergewichtler

Jack Culcay-Keth will seine Entwicklung unter Beweis stellen

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Der Boxprofi aus dem Hamburger Universum-Stall hat das beste Jahr seines Lebens hinter sich. Ungeachtet dessen will er seine Leistung toppen.

Hamburg. Es ist eine Herkulesaufgabe, die sich Jack Culcay-Keth für das neue Jahr vorgenommen hat. "Ich will versuchen, 2009 zu toppen", sagt der 24 Jahre alte Boxprofi aus dem Hamburger Universum-Stall. Um die Schwere dieses Vorhabens einzuschätzen, muss man wissen, dass der gebürtige Ecuadorianer das abgelaufene Jahr als "das beste meines bisherigen Lebens" bezeichnet. Und das mit Recht: Im September war der Superweltergewichtler in Mailand als erster Deutscher seit 14 Jahren Amateurweltmeister geworden. Im November erlag er dem Werben aus dem Profilager und entschied sich unter Angeboten aus aller Welt für einen Sechsjahresvertrag bei Universum, für das er am 20. Dezember sein Profidebüt gab. Mit einem Punktsieg über vier Runden gegen den Tschechen Jindrich Kubin beschloss er die Saison in Schwerin würdig. "Alles ist genauso gelaufen, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe", sagt er.

Um für 2010 gerüstet zu sein, legte Culcay-Keth nur über Weihnachten eine kurze Trainingspause ein, um seine Familie und Freundin Judith in Darmstadt zu besuchen. Silvester und Neujahr trainierte er in Hamburg, wo er noch immer im Hotel lebt, und schon an diesem Sonnabend hat er in Magdeburg in seinem zweiten Profikampf gegen den Litauer Dimitrius Sidorovicius die Chance, die mit Trainer Michael Timm begonnene Weiterentwicklung unter Beweis zu stellen. "Herr Timm achtet sehr viel auf Schlaggenauigkeit und Schlaghärte. Das sind die Dinge, die bei den Amateuren nicht so wichtig waren, aber bei den Profis zählen", sagt Culcay-Keth, der besonders darauf achten möchte, sich die vier Runden konditionell besser einzuteilen als gegen Kubin.

"Beim Profidebüt war alles neu, da wollte ich natürlich zeigen, was ich kann und bin deshalb etwas zu schnell angegangen. Das muss ich verbessern", sagt Culcay, der vom großen Medieninteresse an seinem Wechsel und seinem Debüt überrascht war. Auch aus Magdeburg zeigt das ZDF eine Zusammenfassung seines Kampfes. "Ich freue mich sehr über die Aufmerksamkeit, aber ebenso freue ich mich auch auf ein paar Wochen Urlaub nach dem Kampf, denn die vergangenen Monate waren sehr stressig."

In der Boxschule in Pfungstadt, die Vater Ricardo mit den Söhnen Jack und Michael (28) betreibt, wird er sich dann in Ruhe vorbereiten - auf die für April geplante nächste Herausforderung auf seinem Weg, 2010 zu einem neuen Höhepunkt seiner noch jungen Karriere werden zu lassen.