Die Wintersport-Kolumne

Neureuther fehlte ein Zehntel, Henkel ein Meter

Felix Neureuther wusste nicht, ob er nun lachen oder weinen sollte: Als Neunter des Weltcup-Slaloms in Zagreb hatte er sein bestes Saisonergebnis erzielt und zugleich die halbe Qualifikationsnorm für Olympia erfüllt - doch beim Sieg des Italieners Giuliano Razzioli fehlte nur eine Zehntelsekunde, um das Ticket nach Vancouver endgültig zu lösen. "Ich bin sehr erleichtert, weil ich gesehen habe, dass es noch geht", sagte Neureuther hernach: "Klar, dass ich mich auch ein bisschen ärgere, dass ich so knapp am achten Platz vorbeigefahren bin." Fünf Torläufe bleiben, um das ihm noch fehlende zweite Top-15-Ergebnis in einem Weltcup-Rennen für die Norm nachzuliefern.

Als die Post am letzten Anstieg kurz abging, fehlten Axel Teichmann die "Körner". Auf der fünften Etappe der Tour de Ski der Langläufer von Cortina d'Ampezzo nach Toblach über 36 Kilometer im freien Stil musste sich der Lobensteiner nach einem beherzten Lauf mit Rang sechs begnügen. Vor den letzten drei Etappen hat Teichmann 22 Sekunden Rückstand auf den nunmehr dreifachen Tagessieger Petter Northug (Norwegen). Bei den Damen wurde Katrin Zeller, einzige im Feld verbliebene DSV-Läuferin, beim Sieg der neuen Spitzenreiterin Ariana Follis (Italien) 17.

Ein knapper Meter fehlte den deutschen Biathletinnen zum Glück. Trotz eines furiosen Endspurts von Andrea Henkel lag die Gastgeber-Staffel beim Weltcup in Oberhof im Ziel drei Zehntelsekunden hinter Weltmeister Russland. "Ich habe alles gegeben, aber Spurt ist eben nicht meine Stärke", sagte die von 20 000 Zuschauern dennoch gefeierte Henkel.