Nach dem Tod von Enke

So rekonstruiert die Polizei die Minuten vor dem Tod

Am Dienstagabend steuerte der 32-Jährige seinen schwarzen Geländewagen nach Eilvese. Das nur eine Autominute vom Heimatort entfernt liegt.

Hannover. Der Nationaltorhüter Robert Enke hat sich rund drei Kilometer entfernt von seinem Wohnort Empede das Leben genommen. Die Polizei rekonstruiert seinen Freitod wie folgt: Am Dienstagabend steuerte der 32-Jährige seinen schwarzen Geländewagen nach Eilvese. Das Dorf liegt nur etwa eine Autominute vom Heimatort der Enkes entfernt nahe der nach Hannover führenden Bundesstraße 6.

Durch Eilvese verläuft die Zugstrecke Bremen- Hannover. In dem Ortsteil halten nur S-Bahnen, andere Züge rauschen mit hohem Tempo durch. In der Nähe einer Unterführung steuerte Enke sein Auto auf einen Feldweg. Nach etwa 100 Metern macht der Weg eine Kurve und verläuft parallel zu den Gleisen. Der an Depressionen leidende Familienvater parkte den Wagen in der Kurve und stieg aus.

Er schloss das Fahrzeug nicht ab und ließ seine Geldbörse auf dem Beifahrersitz liegen. Den etwa 2,5 Meter breiten Weg trennt ein schmaler Grünstreifen von den Schienen. Schon nach wenigen Schritten beginnt das Gleisbett. Auf dem Gleis nach Hannover versuchte der Regionalexpress RE 4427 gegen 18.25 Uhr noch eine Notbremsung. Im Führerhaus des Zuges waren zwei Lokführer, einer von ihnen bekam eine Einweisung in die Strecke. Beide sagten übereinstimmend aus, dass sie eine stehende Person auf den Gleisen bemerkt hatten. An der Strecke habe es keine Zeugen gegeben. Die Seite, von der sich der Fußballprofi den Gleisen näherte, ist unbewohnt. Auf der anderen Seite steht hinter einem Lärmschutzwall ein Einfamilienhaus.

( (dpa/abendblatt.de) )

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