Wintersport

Hamburgs Skiverband geht neue Wege

An das ungläubige Staunen in den Gesichtern seiner Gesprächspartner hat sich Marc Pampuch mittlerweile gewöhnt.

Hamburg. Immer wenn der 45-Jährige erzählt, dass sich die Weltelite des alpinen Skisports nur rund 80 km entfernt von Hamburg auf die Ende Oktober in Sölden beginnende Weltcupsaison vorbereitet, erntet er Kopfschütteln. "Ich weiß mittlerweile, dass mir das niemand glaubt", sagt der Vizepräsident des Verbandes der Hamburger Skivereine (VHSV). Dabei sind seine Schilderungen keineswegs übertrieben. Weltstars der technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom wie Bode Miller (USA) und Benjamin Raich (Österreich) nutzen mit ihren Nationalmannschaften in den schneefreien Monaten das Ende 2006 eröffnete Alpincenter Hamburg-Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern, um sich für die Saison fitzumachen.

Es hat also einen durchaus fundierten Hintergrund, wenn Pampuch sagt: "Hamburg ist auf der Weltkarte des alpinen Skisports angekommen." Um diesen Umstand auch zum Wohle des VHSV zu nutzen, hat der freiberuflich tätige IT-Spezialist zur neuen Saison den Slogan "Eine Stadt geht auf die Piste" entwickelt. 1800 Mitglieder in 18 Vereinen treiben in Hamburg organisiert alpinen Skisport - die Zahl der aktiven Skifahrer, die nicht in Vereinen organisiert sind, liegt jedoch wesentlich höher. "Wir schätzen, dass es mindestens 30 000 Hamburger Skifahrer gibt", sagt Pampuch, der auch Vorsitzender des "Ski Club Hanseaten" ist.

Um diese Menschen in die Vereine zu locken, aber auch, um neue Anhänger zu gewinnen, bietet der VHSV einige Neuerungen (Info: www.skihamburg.de ). So wird es an diesem Sonntag in Wittenburg einen "Young Talents Day" geben, bei dem junge Neueinsteiger ihr Können beweisen sollen. Die Offenen Hamburger Meisterschaften, die früher im Harz und zuletzt oft in den Alpen stattfanden, werden am 30. Januar 2010 erstmals in Innsbruck am Olympiaberg Patscherkofel ausgetragen. "Daran kann jeder interessierte Hamburger teilnehmen", sagt Pampuch, der mit 200 Startern rechnet.

Seine Vision hat der ehrenamtlich tätige Vizepräsident klar umrissen: "Es ist mein Traum, irgendwann einen Weltklassefahrer aus Hamburg präsentieren zu können", sagt er. Mit Ulrich Oldehaver (41) vom Walddörfer SV gewann in der vergangenen Saison der erste Hamburger ein Slalom-Weltcuprennen - in der Altersklasse H 40. Wenn demnächst tatsächlich eine Stadt auf die Piste geht, könnte dieser Triumph nur der Anfang gewesen sein.