Formel 1

Schumachers Ersatzmann war nur in der Boxengasse schnell

Die Motoren waren noch nicht mal warmgelaufen, da lieferten Red Bull und Sebastian Vettel (22) im sommerlich-heißen Valencia die Formel-1-Nachricht des Tages: Der WM-Hoffnungsträger aus Heppenheim verlängerte vorzeitig seinen Vertrag bis 2011, plus Option für ein weiteres Jahr.

Valencia. "Das Team verleiht Flügel, und ich möchte, dass meine noch weiter wachsen", sagte der WM-Dritte in Valencia. "Wir wollten vermeiden, dass es Spekulationen um seine Zukunft gibt", erklärte später Teamchef Christian Horner.

Nachdem das Team des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz die Kunde vor dem ersten Training auf dem Hafenkurs von Valencia in einer sechszeiligen Mitteilung verbreitet hatte, hielt sich Vettel auf der Strecke zurück. Platz fünf im ersten Training, Rang neun in der zweiten Einheit auf dem 5,419 Kilometer langen Kurs.

Als Schnellster absolvierte ihn - vor wenigen Zuschauern - der spanische Lokalmatador und PS-Held Fernando Alonso. In 1:39,404 Minuten erzielte der zweimalige Weltmeister im Renault die Tagesbestzeit. Die schlechteste Zeit ging zunächst auf das Konto von Luca Badoer. Der Ersatz-Ersatzmann von Ferrari benötigte im ersten Durchgang 1:45,840 Minuten.

Schnell, zumindest schneller als die erlaubten 60 km/h, war Badoer nur in der Boxengasse. Innerhalb von 34 Minuten wurde er gleich dreimal geblitzt und musste insgesamt 5400 Euro Strafe zahlen. Michael Schumacher, dessen geplatztes Comeback den Auftritt Badoers rund zehn Jahre nach seinem bis dato letzten Grand Prix erst ermöglichte, nahm das Missgeschick am Kommandostand lächelnd zur Kenntnis. Kommentieren wollte er die Ausfahrten des Italieners nicht. Die Hoffnungen von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo dürfte Badoer nach den Eindrücken vom Freitag im Rennen am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) jedenfalls nicht erfüllen können. "Wir werden mit einem aus dem Veneto gewinnen", hatte er zuvor gesagt. Da Badoer im Gegensatz zum Finnen Kimi Räikkönen aus der von Montezemolo erwähnten Region stammt, dürfte klar sein, wen der Chef gemeint hat.

Um den Sieg werden andere fahren. Auch wenn Platzierungen und Zeiten am Freitag immer unter Vorbehalt zu sehen sind, reihten sich die beiden Brawn-Mercedes mit WM-Spitzenreiter Jenson Button und Rubens Barrichello vorne ein mit den Rängen vier und zwei sowie eins und drei. Weltmeister und Ungarn-Sieger Lewis Hamilton wurde nach einem Dreher und einem kaputten Frontflügel mit nur drei Runden Letzter im zweiten Training. Bester Deutscher wurde auf dem vierten Gesamtrang Nico Rosberg im Williams-Toyota, Adrian Sutil überraschte als Sechster im Force India. Nick Heidfeld fand sich wie auch Timo Glock im hinteren Feld wieder.

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