Cyclassics: Europas größtes Radrennen

Zabel: "Mein Favorit ist André Greipel"

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Der Radsport ist in der Krise, die Vattenfall Cyclassics sind es nicht. Zur 14. Auflage (Sonntag) hat der Veranstalter neue Sponsoren gewonnen.

Hamburg. Und der Namensgeber scheint gewillt, die Zusammenarbeit über das bisherige vertragliche Ende im nächsten Jahr fortzusetzen. "Es gibt positive Signale", sagt Upsolut-Geschäftsführer Frank Bertling.

Die Veranstaltung, rund zwei Millionen Euro teuer, ist längst mehr als eine Wettfahrt hochgezüchteter Profis. 22 000 ehrgeizige Jedermänner sind heute nicht mehr Beiwerk, sondern Basis des Events, des größten Radrennens Europas. Die Youngclassics - eine Vier-Etappen-Fahrt für unter 17-Jährige, die morgen im Umland beginnt, und ein Eintagesrennen für unter 15-Jährige - sowie eine Radsportmesse auf dem Rathausmarkt und dem Jungfernstieg runden das Angebot ab. Vattenfall und Upsolut bringen zudem den Radsport über das Jahr in die Hamburger Schulen. Mehr als 20 kooperieren bereits und freuen sich auf den Schul-Cup am 1./2. Oktober.

Bei diesem nachhaltigen Konzept spielt es kaum noch eine Rolle, dass die größten Stars der Szene einen Bogen um Hamburg machen. Tour-de-France-Sieger Alberto Contador (Spanien) fehlt wie Sprint-König Mark Cavendish (Großbritannien), der in diesem Jahr sechs Tour-Etappen gewann. Die 18 lizenzierten ProTour-Teams schonen ihre Besten für die letzten Großereignisse des Jahres wie die Spanien-Rundfahrt (Vuelta) und die WM Ende September in der Schweiz. Insider mutmaßen, auch die in Deutschland besonders intensiv gepflegten Dopingdebatten über den Radsport schrecken viele vor einem Start bei den Cyclassics ab - wie vor zwei Jahren die Ankündigung, besonders sorgfältig nach pharmazeutischen Beschleunigern zu suchen. 2009 aber wird anderswo inzwischen ähnlich umfangreich kontrolliert wie in Hamburg. Für den Anti-Doping-Kampf zahlt Upsolut 7500 Euro an die Nationale Antidoping-Agentur (Nada).

Favoriten des immer noch hochklassig besetzten Profirennens über 216,4 Kilometer sind der russische Meister Sergej Iwanow, sein belgischer Kollege Tom Boonen und der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara. Der ehemalige Sprintstar Erik Zabel (39) und aktuelle Berater des US-Teams Columbia setzt dagegen auf den Rostocker André Greipel (27): "André ist der schnellste Mann im Feld und hat mit Mark Renshaw jemanden in unserem Team, der den Sprint hervorragend anfährt." Zabel selbst, der gestern seine Vertragsverlängerung als Sprinttrainer bei Columbia bis 2011 bekannt gab, startet beim Jedermannrennen über 100 Kilometer. 2001 gewann er die Cyclassics als bisher letzter Deutsche.

Für die Jedermann-Rennen am Sonntagmorgen über 55, 100 und 155 Kilometer gibt es insgesamt noch 250 Startplätze aus nicht genutzten Sponsorenkontingenten. Gekauft werden können sie ab Donnerstag, um 9.30 Uhr auf dem Gänsemarkt.

( (jh/rg) )