Kommentar: Schumacher sagt sein Comeback ab

Ein Sieg der Vernunft

Achim Leoni

Der Verdacht liegt nahe, dass Michael Schumachers nun abgebrochener Comeback-Versuch ein geschickter PR-Schachzug war.

Tatsächlich hat die Aussicht auf eine Rückkehr des Rekordweltmeisters die Fans schier zur Raserei gebracht und die Fantasie der Formel-1-Macher beflügelt. Doch wer um Schumachers Ehrgeiz weiß, darf vermuten, dass er alles darangesetzt hat, um seinen immerhin schon 40 Jahre alten Körper nach langer Grand-Prix-Pause von null auf hundert zu bringen.

Den Rennfahrer Schumacher muss seine Vollbremsung insofern mehr geschmerzt haben als der lädierte Nacken, der ihn dazu bewog. Letztlich ist es ein Sieg der Vernunft. Schumacher hat seiner Gesundheit Vorfahrt gewährt, weil es für ihn weit mehr zu verlieren als zu gewinnen gab. Diese Sichtweise ist selten geworden im modernen Sport, in dem nicht wenige viel zu viel riskieren. Die Ferrari-Familie mag Schumachers Entscheidung bedauern. Frau und Kinder werden es ihm danken. Und die Formel 1 dreht sich auch ohne ihn weiter.

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