Unfall

Hightech-Helm rettete Massa das Leben

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Als Felipe Massa nach einer Nacht im künstlichen Koma am Sonntagmorgen wieder die Augen aufschlug, atmete die gesamte Formel 1 auf. Sein unglaublicher Unfall am Sonnabend hatte die Königsklasse in einen Schockzustand versetzt und 15 Jahre nach Ayrton Sennas Todesfahrt das Schlimmste befürchten lassen.

Budapest. Mit einer Gehirnerschütterung, einer Schnittwunde und einer Knochenabsplitterung an der linken Augenhöhle war der Vizeweltmeister aber vergleichsweise glimpflich davongekommen.

"Das war Glück im Unglück", meinte Red-Bull-Mann Sebastian Vettel. Wäre die umherfliegende, 800 Gramm schwere Stahlfeder aus einem Dämpfungselement an Rubens Barrichellos Auto bei Tempo 240 nur ein paar Zentimeter weiter innen direkt auf Massas Helmvisier getroffen, hätte der 28-Jährige vermutlich keine Chance gehabt.

Erst am vorvergangenen Sonntag war der 18 Jahre alte Henry Surtees, Sohn des früheren Motorrad- und Formel-1-Weltmeisters John Surtees, bei einem Formel-2-Rennen von einem umherfliegenden Rad tödlich am Kopf getroffen worden. Dass Massa überlebt hat, verdankt er auch einem 12 000 Euro teuren Hightech-Helm der Magdeburger Firma Schuberth, der aus hochfester Kohlefaser besteht und von Rekordweltmeister Michael Schumacher mitentwickelt wurde. Der Kerpener schickte über seine Homepage umgehend Genesungswünsche an seinen Freund und früheren Teamkollegen.

Nach ersten Untersuchungen im Medical Center der Strecke war Massa per Hubschrauber in ein Budapester Krankenhaus geflogen worden, wo man in einer Operation den Knochensplitter entfernte und ihn danach in ein künstliches Koma versetzte.

Nach einer Nacht ohne Komplikationen war der 28-Jährige am Morgen erstmals kurz aufgewacht und hatte auch schon mit seiner schwangeren Frau Raffaela gesprochen, die über Nacht mit Massas Eltern und dessen persönlichen Arzt Dino Altmann nach Budapest geeilt war. Altmann geht je nach Heilungsverlauf von einer Regenerationszeit zwischen zwei und sechs Wochen aus. Als mögliche Ersatzpiloten stünden die Ferrari-Testfahrer Marc Gene (Spanien) und Luca Badoer (Italien) zur Verfügung. Ein Comeback Michael Schumachers schloss dessen Manager Willi Weber aus. Gestern blieb Massas Cockpit leer.

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