Namen, Zahlen und Geschichten vom Triathlon

Von großen Gewinnern und kleinen Katastrophen

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Wie 100 weitere Staffeln gingen am Sonnabend auch sieben Prominententrios auf die Strecke. Einen spektakulären Auftritt legten dabei die Paralympics-Stars Kirsten Bruhn, Dorothee Vieth und Matthias Schröder hin, die den Sprint in einer Stunde und 19 Minuten bewältigten.

"Eine Katastrophe" war dagegen der erste Triathlon für Ina Menzer. Die Boxweltmeisterin stieg in den Sattel eines stinknormalen Damenfahrrads samt Körbchen und handelte der Staffel des Hamburger Universum-Stalles einen Rückstand ein, den auch "Läufer" Vitali Tajbert nicht mehr aufholen konnte, dies aber mit einem Lächeln nahm.

Grund zur Freude hatten auch Artur Rohde und Jaroslav Kanopka, die erfolgreich ihren ersten Sprint-Dreikampf absolvierten. Die beiden Gymnasiasten waren über die Nestwerk-Initiative von TV-Moderator Reinhold Beckmann zum Triathlon gekommen. Veranstalter Upsolut und das Abendblatt unterstützten die Aktion. "Es war anstrengend, aber gut", sagte der 17-jährige Kanopka, der auch 2010 antreten will, vielleicht sogar auf der olympischen Distanz.

Wie überall an der Triathlon-Strecke stehen auch am Jungfernstieg Posten an den Passierstellen, die den Fußgängern im richtigen Moment ein "Jetzt schnell rüber!" zurufen und dann wieder ein "Stopp!", damit niemand den Triathleten zwischen die Beine läuft. Einer dieser Streckenposten scheint sich dabei eine besondere Arbeitsweise überlegt zu haben - meint zumindest seine Kollegin. Sie sagt augenzwinkernd: "Der Andi gibt den Passierpunkt erst frei, wenn genug hübsche Mädels lange genug vor seinen Augen gewartet haben."

Sonntagmorgen, gegen neun Uhr: Ein Triathlet steht splitterfasernackt in einem Geschäftseingang am Ballindamm und zieht sich dort gerade seinen Neoprenanzug an. Warum er das nicht in einer der Umkleidekabinen tue? "Ach, die sind doch eh alle besetzt!" Außerdem habe er das letzte Mal mit 13 Angst gehabt, dass ihm jemand "etwas weggucken" könne ...

Auch als am Sonntagmittag im Zielbereich auf dem Rathausmarkt die "Jedermänner" eintrudeln, steht eine große Zuschauermenge am Streckenrand feuert sie laut und fröhlich an. Ein Fan brüllt einem Läufer dabei zu: "Na komm, du schaffst das, du packst das!" Die lakonische Antwort des Sportlers: "Wäre aber auch tragisch, wenn ich auf den letzten zwei Metern wieder umdrehen würd' ..."

Was man zum Glück nicht von den Sportlern berichten konnte, galt leider für die Marienkäfer: Etliche ließen beim Triathlon ihr Leben. Wer entlang der Strecke auf den Boden schaute, sah dort die toten Tiere liegen: zertrampelt, zertreten, plattgefahren. Sport kann eben doch Mord sein.