Team-Verstärkung

HSV-Handballer holen Weltklasse-Kreisläufer Vori

Zwei Jahre ohne Titel sind genug. Zur nächsten Saison soll der kroatische Vizeweltmeister Igor Vori den HSV Hamburg verstärken.

Hamburg. Der Kreisläufer, Olympiasieger 2004, bestand am Wochenende den Medizincheck bei den Mannschaftsärzten Oliver Dierk und Mathias Hock. "Unsere Fans können sich auf einen absoluten Weltklassespieler freuen", sagte HSV-Sportchef Christian Fitzek.

Vori, 2,03 Meter groß, 107 Kilo schwer, kommt ablösefrei von RK Zagreb - wenn alles klappt. Der 28-Jährige hatte beim kroatischen Meister fristlos gekündigt, weil Zagreb mehrere Vertragsinhalte nicht erfüllt hatte. Unter anderem hatte der Klub seit drei Monaten kein Gehalt mehr überwiesen.

"Wenn jetzt ein Rechtsstreit folgt, kann sich der Wechsel aber noch bis in den Herbst verzögern", warnt Fitzek. Mit Vori und dessen Anwalt ist sich der HSV einig. Der Weltstar soll einen Dreijahresvertrag bis 2012 unterschreiben. Fitzek: "Mit ihm sind wir in Angriff und Abwehr variabler, und er wird Bertrand Gille entlasten. Vor allem in der Deckung gewinnen wir mit ihm an Masse und können neue Systeme spielen." Vori war bei der EM 2008 in Norwegen zum besten Defensivspieler des Turniers gewählt worden. Trotz der anstehenden Verpflichtung wird der HSV seinen schwedischen Kreisläufer Nicklas Grundsten (25; Vertrag bis 2010) behalten.

Vori soll nicht der letzte Transfercoup für die neue Saison bleiben. Weiter auf der Wunschliste im schriftlichen Konzept von Trainer Martin Schwalb steht Spielmacher Domagoj Duvnjak. Der 21-Jährige, ebenfalls vom HSV-Champions-League-Gegner Zagreb, hat sich in Hamburg bereits für die Jahre 2011 bis 2014 verpflichtet. Für den sofortigen Transfer hat Zagreb eine Ablösesumme von mehr als einer Million Euro aufgerufen. Der HSV bot bisher rund 500 000 Euro. "Wir warten jetzt auf ein neues Angebot aus Hamburg", hieß es in Kroatien. Der Klub, das zeigt der Fall Vori, leidet momentan unter Liquiditätsschwierigkeiten.

Mit Vori und Duvnjak, hofft HSV-Präsident Andreas Rudolph, wäre der Klub für den Angriff auf seine zwei großen Ziele bestens aufgestellt: den Gewinn der deutschen Meisterschaft und der Champions League.