Motorsport

Im Formel-1-Streit rückt ein Kompromiss näher

Neue Wende im Formel-1-Machtkampf: Mit einem Briefwechsel haben sich der Automobil-Weltverband Fia und die Rebellenteams in letzter Minute einem Kompromiss genähert, doch eine Spaltung der Königsklasse ist immer noch möglich.

London/Stuttgart. - "Jetzt ist die Zeit, eine vernünftige und schnelle Lösung für die noch offenen Probleme zu finden", drängte die Teamvereinigung Fota in ihrem Schreiben an Fia-Chef Max Mosley und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Rennställe gaben darin ihren Widerstand gegen ein Etatlimit im Grundsatz auf und legten neue Vorschläge für eine Einigung vor. Nur Stunden später wies Mosley diese gestern zwar weitgehend zurück, ließ aber die Hintertür für einen Deal offen.

Vorläufig will der Verbandspräsident nicht von seinem Kurs abweichen. Bis zum Ablauf seines Ultimatums am Freitag will der Brite die abtrünnigen Teams zwingen, ihre Bedingungen für eine Teilnahme an der kommenden Saison aufzugeben und die von der Fia bereits beschlossenen Regeln inklusive einer Budgetgrenze von 45 Millionen Euro für 2010 zu akzeptieren. Dies stellte er in seinem Brief an die Fota vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (14 Uhr/RTL und Premiere) abermals klar.

Die Zeit für den Abschluss eines neuen Grundlagenvertrags, den die Teams nach ihren Vorstellungen modifizieren wollen, sei zu kurz, befand Mosley. Am Freitag will die FIA die endgültige Starterliste für 2010 bekannt geben. Daher sollen die Rennställe sich zunächst erneut dem alten Concorde Agreement von 1998 unterwerfen, ehe später über Änderungen diskutiert werden könne.

Dies läuft dem Kompromiss-Angebot der Fota zuwider. Diese hatte "dringend" eine Einigung über eine neue Formel-1-Verfassung angemahnt, die den Teams mehr Einfluss gewähren und die Position der Fia schwächen würde. Zudem verlangten die Ställe eine Verlängerung der Verhandlungsfrist bis 1. Juli. Im Gegenzug erklärten sich die revoltierenden Teams Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Red Bull, Toro Rosso, BrawnGP, Toyota und Renault bereit, künftig unabhängigen Prüfern Einsicht in ihre Bücher zu gewähren und damit den geforderten strikten Sparkurs zu belegen. Mosley antwortete, das Problem bei den Fota-Vorschlägen sei, dass keine genaue Zahl für eine Budgetgrenze benannt werde. Daher sollten die Rennställe sich zunächst dem beschlossenen Etatlimit beugen und erst später über Änderungen diskutieren.