Bessere Trainingsbedingungen

Petra Wolfram stärkt Steffen Deibler für die Schwimm-WM

m Hightech-Kanal des Dulsbergbades kann nach mehr als zwei Jahren wieder gegen den Strom geschwommen werden.

Hamburg. "Jetzt sind wir technisch wieder auf dem modernsten Stand", sagt Petra Wolfram. Die 40 Jahre alte Sportwissenschaftlerin ist die neue Chefin der Schwimmer. Seit dem 1. April leitet sie als Trainerin den Bundesstützpunkt Nord. Nach vier Jahren Unterbrechung hatte Hamburg den Status zurückerhalten.

Wolfram soll den Vertrauensvorschuss mit Leistungen begleichen. Momentan erfüllt nur ein Hamburger höchste Ansprüche. Olympiateilnehmer Steffen Deibler, deutscher Meister über 50 und 100 Meter Freistil, ein vor zehn Monaten Zugereister. Bei den nationalen Titelkämpfen Ende nächster Woche in Berlin will sich der 21-Jährige zur WM nach Rom (25. Juli bis 2. August) kraulen. Dafür müsste er über die 100 Meter seinen deutschen Rekord (48,55 Sekunden) um 35 Hundertstel unterbieten. "Seine Trainingszeiten stimmen mich optimistisch", sagt Wolfram. Auch Bundestrainer Dirk Lange (46) glaubt an Deibler: "Er machte bei den jüngsten Wettkämpfen der Nationalmannschaft einen starken Eindruck." Der täuscht nicht. Deibler hat in den vergangenen Monaten mit gezieltem Krafttraining drei Kilo Muskelmasse zugenommen, wiegt jetzt bei einer Größe von 1,85 m 81,8 Kilo.

Deiblers jüngerer Bruder Markus (19), der gerade in Biberach sein Abitur macht, aus der Ferne von Wolfram betreut wird und im August nach Hamburg wechselt, droht dagegen den Flug nach Rom zu verpassen. Er leidet an den Folgen einer schweren Halsentzündung mit Scharlach-Streptokokken. Berlin dürfte zu früh für ihn kommen.

Und wie sieht es um den Hamburger Nachwuchs aus? "Der braucht noch etwas Zeit", sagt Wolfram. Auf vier Talente hofft sie in den nächsten Jahren bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London: Morten Ahme (18), Jason Marcus (17), Paul Wiechhusen (17) und Johannes Koldehoff (16); auch Sven Thöne (21) und Marcel Luck (19) haben Potenzial. "Die Bedingungen in Hamburg sind optimal", weiß Wolfram, "jetzt müssen wir alle zusammenarbeiten und sie nutzen."