Gütt tritt heute ab - Fischer soll ihn beerben

HAMBURG. Großer Tag beim Hamburger Fußball-Verband (HFV). Heute Abend (19.30 Uhr, HFV-Zentrale, Jenfelder Allee 70 a-c) wird der Nachfolger des bisherigen Präsidenten Friedel Gütt gewählt. Zu dem außerordentlichen Verbandstag hat sich hoher Besuch angesagt: Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), erscheint.

Er wird die Dankesrede für Gütt halten. Der 74-Jährige war seit März 1968 Präsidiumsmitglied des Hamburger Fußball-Verbandes und seit 1991 HFV-Präsident. Zudem bekleidete der ehemalige SPD-Staatsrat etliche Ehrenämter: Er ist seit 1971 Beirats- und Vorstandsmitglied des DFB, war Vorsitzender des WM-Komitees Hamburg, Präsident des Hamburger Sportbundes (1981 bis 1996) sowie von 1986 bis 1990 Präsidiumsmitglied (Schatzmeister) des Deutschen Sportbundes.

Im Mittelpunkt des Abends stehen nicht nur die Verabschiedung und die Ernennung Gütts zum HFV-Ehrenpräsidenten, sondern auch die Wahl seines Nachfolgers. Der soll nach Gütts Willen Dirk Fischer heißen. Der ehemalige Hamburger CDU-Landesvorsitzende und aktuelle -Bundestagsabgeordnete würde die Türen zum Hamburger Rathaus weiter offen halten und im Bund für Hamburg Position beziehen. Doch nun grätscht ein Mann namens Detlef Meyer dazwischen. Der 41-Jährige ist Zweiter Vorsitzender von Hamm United, eines vor zwei Jahren gegründeten Vereins. Dem Fußball ist Meyer seit Jahrzehnten eng und engagiert verbunden.

Pikant an seiner Kandidatur ist ein Vorgang vom vergangenen Montag. Meyer und sein Verein wurden vom HFV-Spielausschuss wegen Passfälschung verurteilt. Hamm United erhielt eine Geldstrafe von 3000 Euro, Meyer als Passwart des Klubs soll 300 Euro zahlen. Gegen dieses Urteil allerdings können Meyer und der Verein Berufung einlegen.