Jan Michaelis beendet Karriere

Sportplatz Hamburg

Jan Michaelis macht den Absprung von der Snowboardszene: Nach neun Jahren als Profi steigt der zweimalige Halfpipe-Weltcupsieger aus Hamburg kurz vor Saisonbeginn aus. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich wollte meine Karriere immer beenden, wenns am schönsten ist. Mit dem Weltcuptitel und der Olympiateilnahme in diesem Jahr halte ich diesen Moment nun für gekommen", so der 28-Jährige, der sich nun auf sein Studium der Wirtschaftswissenschaften konzentrieren will. "Mit Jan verlieren wir unseren erfolgreichsten Wettkampffahrer und der deutsche Snowboardsport den einzig ernstzunehmenden Wintersportler aus Hamburg", sagte Alex Schwan, Manager des Ratiopharm-Teams, bedauernd. Michaelis feierte diverse Weltcupsiege in der Halfpipe und sicherte sich 2002 und 2006 die Gesamtwertung. Bei Olympia blieb er ohne Glück. Vor vier Jahren in Salt Lake City stieß er ins Finale vor, konnte jedoch verletzungshalber nicht antreten, im Februar in Turin verweigerten ihm die Preisrichter den Finaleinzug.


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Aufregung beim Hamburger Profiboxstall Arena: Für das Profidebüt des deutschen Schwergewichtlers Steffen Kretschmann morgen beim zweiten Arena-Kampfabend in der Sporthalle Hamburg (18 Uhr) musste kurzfristig ein neuer Gegner gefunden werden. Derrick Martin (USA) wurde in seiner Heimat Charleston aus unbekannter Ursache festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Nun soll der Slowake Michal Roman versuchen, dem 26-jährigen Kretschmann alles abzuverlangen.


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Schreiben die Männer des Oststeinbeker SV Volleyball-Geschichte? Der MTV Hildesheim hat gegen den 3:1-Erfolg der Oststeinbeker im Zweitligaspiel Protest eingelegt. Grund: Schiedsrichter Thomas Krause soll den vierten Satz beim Stand von 25:24 beendet haben, statt, wie auf der Anzeigentafel zu lesen war, bei 25:23. Als Beweis bieten die Hildesheimer ihre Videoaufnahmen an. Akzeptiert Bundesspielwart Werner Schaus den Protest, wäre der nachträgliche Videobeweis eingeführt. Kontrollieren kann der OSV die Behauptung des Gegners nicht: "Meine Videokassette war nach Ende des dritten Satzes voll", so Trainer Joachim Müller, der hofft, dass die Tatsachenentscheidung des Unparteiischen bestätigt wird.


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Als (Teilzeit-)Profi im Frühjahr in der NFL Europa auflaufen - davon träumen sechs norddeutsche Jungs. Und damit aus dem Football-Traum Realität wird, quälen sich Milan Misic, Max-Robin Grewe (beide Blue Devils), Mirko Jabs, Iwan Weimer, Clemens Sommerfeld (alle Hamburg Eagles) und Jan Borssim (Lübeck) beim ersten National Camp auf den Wiesen neben dem RheinEnergie-Stadion in Köln. "Es geht noch härter zur Sache als im Vorjahr", berichtete Patrick Esume (32), National Coach des Profiteams Hamburg Sea Devils. Misic (27; 1,88 m/125 kg) hat als bundesligaerfahrener Defense Liner mit College-Erfahrung (Nicholls State University) die größten Chancen, im März ins Trainingslager der sechs NFL-Europa-Teams mitzufahren. Heute steigen die britischen "Meeresteufel" Scott McCready (Wide Receiver) und Aden Durde (Linebacker) in das Camp (bis Sonnabend) ein.


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15 Jahre gibt es die Kampfsportschule Hankook, und weil deren Leiter Olaf Jessen solche Jubiläen nicht gern allein feiert, lädt er am Sonnabend (12 bis 18 Uhr, Nieland 10) zu einem "Tag der offenen Tür", bei dem die Einrichtungen seines rund 500 Mitglieder starken Vereins unter die Lupe genommen werden können. Ein Rahmenprogramm mit Kinderschminken, Hüpfburg, Zauberer und Feuerwerk soll die Nicht-Kampfsportler locken. Jessen, ehrenamtlich als Präsident des Hamburger Amateurboxverbandes tätig, ist auf ein Ereignis in der Klubgeschichte besonders stolz: "Dass wir 1995 als erster Verein in Hamburg das Frauen- und Fitnessboxen etabliert haben."


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Im Unihockey, einer schnellen Hallenvariante des Hockeys, ist Hamburg auf dem Weg zu einer norddeutschen Hochburg. Bundestrainer Renato Wyss lud die ETV-Bundesligaspieler Philipp Henke (A-Kader), Sebastian Graß und Leander Stüble (beides Sichtungskandidaten) zu einem Nationalmannschafts-Lehrgang an diesem Wochenende nach Hohenmölsen bei Leipzig ein. Bei den U-19-Junioren sind sechs Hamburger dabei. Ziel ist die WM im November 2007 in der Schweiz.


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Die besten deutschen Turnerinnen, darunter die Hamburger Olympiateilnehmerin Yvonne Musik (20; TV Hoffnungsthal) und WM-Medaillengewinnerin Oxana Tschusowitina (30; TT Köln), gehen an diesem Sonnabend im Sportzentrum Angerstraße an die Geräte - von 13 bis 16 Uhr die sieben Bundesligateams, ab 18 Uhr die sieben Zweitliga-Riegen mit der Auswahl des Hamburger Verbandes für Turnen und Freizeit (VTF). Die will sich in die erste Klasse aufschwingen. Derzeit sind die Hamburgerinnen Tabellenzweiter. Gelingt der Aufstieg, soll Yvonne Musik, die bei der HT 16 das Turnen lernte, zu ihren Wurzeln zurückkehren.

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