Bernd Menzel: Arenas Mann für die Seriosität

Es ist eine ungewöhnliche Reaktion, die Bernd Menzel auf die Frage nach persönlichen Schwächen zeigt. Er springt von seinem Stuhl auf, geht aus dem Konferenzraum seines Firmensitzes am Alten Wall in das angrenzende Großraumbüro und ruft den dort Arbeitenden zu: "Was habe ich für Schwächen?"

HAMBURG. So kann nur ein Mensch mit eigenen Unzulänglichkeiten umgehen, der von seinen Stärken überzeugt ist.

Der 44 Jahre alte gelernte Bankkaufmann machte sich 1996 mit seinem damaligen Arbeitskollegen Reinhold Lüdemann selbstständig. In der Menzel Vermögensverwaltung beraten sie auf Rechnung renommierter Banken deren Kunden bei der Geldanlage. Menzels Spezialität ist es, Unternehmen mit guten Geschäftsideen im frühen Entwicklungsstadium zu entdecken, diese auf ihrem Weg zu unterstützen und dann für seine Kunden an deren Erfolg zu profitieren.

Das neueste seiner zehn Projekte ist Arena, Hamburgs dritter Profistall, der am 10. November in Alsterdorf seinen zweiten Kampfabend bestreitet und dessen Investor Menzel ist. Zwei Millionen Euro hat er bei seinen Kunden als Anschubfinanzierung einsammeln können, privat ist er als Gründungsgesellschafter der vor der Umwandlung in eine AG stehenden GmbH beteiligt. Er glaubt an den Erfolg, "weil Boxen nach Fußball Deutschlands Boomsportart ist. Da ist Platz für neue Ideen". Er wolle mit solidem kaufmännischen Handeln dafür sorgen, "dass Arena für hochwertigen Sport steht, denn nur Qualität setzt sich auf Dauer durch." Sein Engagement sei langfristig geplant: "Ich habe keine Zugvogel-Mentalität. Nach zwölf Monaten ziehen wir eine erste Bilanz. Die Basis, auf der wir aufbauen können, ist gelegt."

Vor zwei Jahren hatte Menzel mit dem Faustkampf keinerlei Berührungspunkte. Dann lernte er auf einer Universum-Veranstaltung den heutigen Arena-Chef Ahmet Öner kennen. Die Überzeugungskraft, mit der der ehemalige Berufsboxer seine Visionen von einem eigenen Stall vertrat, fesselte Menzel, der in seinem Geschäftspartner ein "Trüffelschwein" entdeckt haben will. Dass einige Menschen im Box-Business für Öner aufgrund dessen Vergangenheit den Zusatz "Trüffel" nicht verwenden, lässt Menzel kalt. "Er ist ein Visionär, begeisterungsfähig und bereit, für das Gelingen seiner Idee auch Risiko zu gehen", sagt er.

Wahrscheinlich haben die beiden deshalb zueinandergefunden, derlei Charaktereigenschaften werden Menzel als Stärken zugeschrieben. Die Frage nach den Schwächen wurde mit "Ungeduld" beantwortet. Weil der Aufbau eines erfolgreichen Boxstalles Zeit (und viel Geld) kostet, wird er bei Arena daran arbeiten können.