Zwei Neue für Hamburgs Schwimmer

Sportplatz Hamburg

Die neuen Landestrainer im Schwimmen, Carsten Gooßes (30) aus Krefeld und Katrin Jäke (31) aus Leipzig, haben sich am Olympiastützpunkt (OSP) am Dulsbergbad Hamburgs Spitzenschwimmern und ihren Coachs vorgestellt, ihr Konzept erläutert und sich eine kollegiale Zusammenarbeit gewünscht. Gooßes - er betreute zuletzt Rücken-As Steffen Driesen - und Jäke, zwölfmalige Deutsche Meisterin und Vizeweltmeisterin, treten am 2. Januar ihren schweren Job an. Das (hochmoderne) Schwimmzentrum hat mangels Kaderathleten den Status als Bundesstützpunkt verloren und muß bis Peking 2008 mit weniger Fördermitteln auskommen. "Wir denken, daß wir hier wieder etwas aufbauen können", sagen beide, "die Bedingungen am OSP mit der angeschlossenen sportbetonten Schule Alter Teichweg sind optimal." Jäke ist für den Nachwuchs zuständig, Gooßes für das Topteam. Kooperation ist für beide kein Fremdwort.

Ob die Schwimmer des ehemaligen Landestrainers Dirk Lange künftig bei Gooßes ihre Bahnen ziehen, bleibt fraglich. Langes Mannschaft um Carsten Dehmlow, Heiko Hell, Julian Weiser und den Olympia-Achten Marco di Carli, der prüft allerdings gerade Angebote aus dem In- und Ausland, will weiter auf Langes Know-how setzen und für die SGS Hamburg starten. Den Wunsch von SGS-Boß Mike Utermöhlen, Trainingszeiten für Lange im OSP zu erhalten, hat der Hamburger Schwimmverband abgelehnt, "weil sonst jeder Verein diesen Anspruch hätte und wahrnehmen wollte. Das würde die Platzkapazitäten sprengen und unserem neuen Leistungssportkonzept zuwiderlaufen", begründete Frank Hartl, der zweite Vorsitzende des Verbandes, die Absage. Die SGS-Spitzenschwimmer hätten ja die Möglichkeit, bei Gooßes zu trainieren, dafür sei dieser geholt worden. Der neue Cheftrainer spielt die möglichen Probleme herunter. "Jeder, der mit mir trainieren will, ist willkommen. Ich akzeptiere aber auch jeden, der einen anderen Trainer vorzieht", sagt Gooßes.

Die Hamburg Sea Devils tauchen 2005 in der NFL Europe League auf, und noch besteht die Chance, daß sich zu den importierten US-Athleten im neuen Profi-Footballteam auch ein Hamburger gesellt. Offensive-Line-Spieler Julian Pjanic von den Blue Devils erhielt eine Einladung zum Trainingslager in Tampa (Florida). Dort geht es von 21. bis 25. Februar um einen von 48 Kaderplätzen (acht pro Team) für nichtamerikanische Spieler. "Es ist die talentierteste und jüngste Gruppe, die wir je eingeladen haben", zeigte sich Liga-Chefscout Tony Allen beeindruckt. Hoffnungen nachzurücken dürfen sich von den "blauen Jungs" noch Kicker Nima Namouran und Jeffrey Amaning (Defensive Line) machen, Klaas Nuttbohm (Offensive/Defensive Line) konnte dagegen nicht überzeugen.

Die Männer des Oststeinbeker SV werden auf ihrem Höhenflug in der Zweiten Bundesliga ausgerechnet vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) gestoppt. Während Abteilungsleiter Jan Schneider demnächst mit seinen Spielern über einen möglichen Erstliga-Aufstieg reden wollte, zog der DVV dem bisherigen Tabellenzweiten zwei Zähler ab. Die Oststeinbeker rutschten so auf den dritten Rang ab. Grund: Trainer Bernd Schlesinger hätte nach zwei Gelben Karten beim 3:1-Sieg bei Fortuna Kyritz nicht auf der Bank sitzen dürfen. "Schlesinger war gesperrt, aber das ist nicht mal dem Ligabüro aufgefallen", sagt Schneider. Wichtig sei, daß die Spielordnung keinerlei Bestrafung für das Vergehen vorsieht. "Da wird nur von Spielern gesprochen, nicht aber von Trainern oder anderen Mannschaftsmitgliedern." Beim Ligabüro in Frankfurt ist man sich der Rechtslücke bewußt. Die Oststeinbeker bitten nun den Verband, in ihrem Widerspruch die schriftliche Grundlage für die Entscheidung mitgeteilt zu bekommen.

Thomas Broscheit, Vorsitzender des 1. VC Norderstedt-Alstertal-Langenhorn, des Gemeinschaftsunternehmens des 1. VC Norderstedt und des SC Alstertal-Langenhorn (SCALa), hofft zum Jahresende keine Post von den Alstertalern zu bekommen. Doch das ist unwahrscheinlich, gilt es als offenes Geheimnis, daß der SCALa die Ehe fristgerecht zum 31. Dezember kündigen wird, um vom 30. Juni an eigene Wege zu gehen. Über die Gründe hüllt sich SCALa-Abteilungsleiterin Petra Kerl in Schweigen, Broscheit mag eine (noch) nicht vorhandene Kündigung nicht kommentieren. Beide Regionalliga-Teams dürften bei den Norderstedtern bleiben, wer ansonsten welche Mannschaften der rund 350 Mitglieder zählenden Gemeinschaft übernimmt, ist Verhandlungssache. 2001 waren die Klubs zusammengegangen, nachdem zuvor Kerl dem früheren Partnerverein TuRa Harksheide die Volleyball-Gemeinschaft Alstertal-Harksheide (VGAH) aufgekündigt hatte. Ganz am Rande: Broscheit und Kerl sind verschwägert.

Andrew Pfennig, Trainer der HSV-Fußballerinnen, hätte gern Gewißheit über seine Zukunft im Klub. "Ich will demnächst mit Abteilungsleiter Hartmut Engel über eine Vertragsverlängerung reden", sagt Pfennig. Doch Engel wird den Coach auf Ende Februar vertrösten: "Ehe ich nicht weiß, ob wir in der Bundesliga bleiben, macht es keinen Sinn." Der Abteilungsleiter würde durchaus den Kontrakt mit Pfennig verlängern wollen. Doch bei einem Absturz in die Zweitklassigkeit "fehlt uns einfach das Geld", so Engel. Ob der Coach zu deutlich reduzierten Bezügen bleiben würde, müßte sich zeigen. Pikant genug: Auch Nationalspielerin Sarah Günther hat ihren Vertrag bisher nicht verlängert.

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