Weltrekord für Hamburger Dehmlow

Dublin. Mit Krämpfen in den Beinen verbesserte der Hamburger Schlussschwimmer Carsten Dehmlow gestern bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Dublin im Finale seinen eigenen Weltrekord mit der 4 x 50-Meter-Lagenstaffel. Die Bestmarke von Thomas Rupprath (Wuppertal/Rücken), Mark Warnecke (Dortmund/Brust), Fabian Friedrich (Frankfurt/Schmetterling) und Dehmlow (Kraul) steht nun bei 1:34,46 Minuten - 26 Hundertstel Sekunden schneller als vor einem Jahr bei der EM-Kämpfen in Riesa. Das schwedische Quartett wurde 1,82 Sekunden dahinter Zweiter.

"Ich habe alles reingelegt, nachdem die anderen schon bei den Zwischenzeiten auf Rekordkurs lagen", so der 26-Jährige, der den Schlusspunkt am ersten Tag der Titelkämpfe setzte. Zuvor hatte die geborene Südafrikanerin Sarah Poewe, die Großeltern in Kiel hat und für Wuppertal schwimmt, in 30,40 Sekunden mit neuem Meisterschaftsrekord Gold über 50 Meter Brust gewonnen. Steffen Driesen (Krefeld) holte Silber über 200 Meter Rücken, Teresa Rohmann (Erlangen) Bronze über 200 Meter Lagen.

Trotz des Weltrekords war Carsten Dehmlow nicht ganz zufrieden: Zehn Minuten zuvor hatte es auf der Einzelstrecke über 50 Meter Freistil in 21,88 Sekunden nur zu Platz sechs gereicht. "Ich habe beim Start den Startblock aus der Verankerung gerissen", schilderte der Modellathlet den unglücklichen Auftakt in seiner Paradedisziplin. "Eine Medaille hing heute ohnehin ziemlich hoch", analysierte Trainer Dirk Lange, "aber Carsten ist an der Weltspitze dran."

Mit fünf Starts an einem Tag absolvierte Dehmlow ein Mammut-Sprintprogramm, bei dem er sich am Ende mit letzter Kraft ins Ziel rettete. Doch es bleibt nur eine Nacht zu Regeneration, bevor er heute Vormittag erneut - diesmal als Außenseiter - über 100 Meter Freistil antritt.

Pech hatte hingegen der Hamburger Heiko Hell über 400 Meter Freistil. Auf Grund eines fehlenden Halbfinals ging die Konkurrenz die Vorläufe sehr schnell an. Dadurch verpasste der 23-Jährige zwei Sekunden hinter seiner eigenen Bestzeit den Endlauf um zwei Zehntel Sekunden und wurde Neunter.

In den Halbfinals über 100 Meter Rücken verbesserte Antje Buschschulte (Magdeburg) ihren eigenen deutschen Rekod (58,60) um 13 Hunderstel auf 58,47 Sekunden.

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