Traben in Hamburg Kolumne zum 1. Renntag 2009

Große Ehrung für Wewering

Er war Welt- und Europameister, und niemand in der Welt gewann mehr Rennen als Heinz Wewering (16500 Siege). Über seine 63 Erfolge, die ihn 2008 erstmals zum Hamburger Traberchampion machten, freut sich der 58-jährige Westfale sehr. "Ich fühle mich schon fast wie ein Hamburger Jung", sagt er.

Hamburg. Mit einigen Freunden hat Heinz Wewering in Berlin die Jahreswende gefeiert, doch auf die Championatsehrung am Sonnabend in der Hamburger Trab-Arena freut er sich fast noch mehr. Der 58 Jahre alte Westfale, mit knapp 16500 Siegen weltweit der gewinnreichste Trabrennfahrer aller Zeiten, wird für seine 63 Erfolge, die er im vergangenen Jahr in seiner neuen Heimat errang, als norddeutscher Fahrer-Champion geehrt.

"Am liebsten würde ich für immer in Hamburg bleiben", sagt der mehrfache Welt- und Europameister, der am 1. Februar 2008, mit einem gut dotierten Zweijahresvertrag ausgestattet, seine neue Stellung als Privattrainer von Marion Jauß auf dem Gestüt Neritz in der Nähe von Bad Oldesloe antrat.

Über eine vorzeitige Vertragsverlängerung hat Wewering mit seiner Arbeitgeberin noch nicht gesprochen: "Die Chemie zwischen uns stimmt, daher braucht man nicht groß über Verträge zu reden. Ich hoffe, dass unsere gute Zusammenarbeit noch länger anhält." Marion Jauß (67 Siege als Besitzerin, 36 Siege als Züchterin) kann mit ihrem Cheftrainer sehr zufrieden sein, denn er hat sie erneut zur zweifachen Championesse gemacht.

"2009 muss noch besser werden", sagt Heinz Wewering und kündigt weitere Ambitionen an. Der Derbysieg blieb ihm 2008 versagt, weil die Topstute Ini Lou nach einer Erkrankung nicht starten durfte. "Man kann sich ja auch in meinem Alter noch Ziele setzen", versicherte der Champion.

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Sportliche Ziele hatte sich auch Hans-Jürgen von Holdt gesetzt. Bei der Weltmeisterschaft der Amateurfahrer Mitte Mai in den USA belegte der 37-jährige gelernte Hufschmied aus Schwiederstorf bei Neu-Wulmstorf im Kreis der Weltelite den vierten Rang. Einen Platz auf dem Podest verpasste er knapp. Als Amateurfahrer-Champion wird von Holdt (29 Siege in Hamburg) am Sonnabend beim Renntag in Bahrenfeld (ab 14.30 Uhr) geehrt. Außerdem ist er auch erstmals die Nummer 1 in Deutschland, insgesamt gewann er auf allen Bahnen 47 Rennen.

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Marisa Bock ist Deutschlands Sattel-Queen. Sie gewann 2008 ingesamt 47 Rennen und liegt damit als erfolgreichste Amazone auf Platz neun in der Jahresstatistik. Fünf Trabreiten sicherte sie sich in der Trab-Arena und wird morgen damit zur Hamburger Championesse gekürt. Marisa ist die Enkeltochter des pensionierten Hamburger Börsenmaklers Karl Bock, der Mitbesitzer des legendären Prix-de-Amerique-Triumphators Sea Cove war.