Viel zu tun beim Derby - aber nur Kosmetik

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Turnierchef Volker Wulff hat nach den Reitertagen in Klein Flottbek kaum Mängel entdeckt

Hamburg. Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Das gilt auch für das deutsche Spring- und Dressurderby in Klein Flottbek. Nur einen Tag nach dem Erfolg von Überraschungssieger Nisse Lüneburg und Wallach Calle Cool beim Springderby berieten die Veranstalter des Reitturniers gestern über mögliche Veränderungen und Neuheiten für die Zukunft. "Im Hinblick auf das kommende Jahr müssen wir uns sicherlich überlegen, wie wir die Zuführung der Zuschauer zum hinteren Teil der Dressurtribünen optimieren können", sagte Turnierchef Volker Wulff. Der hintere Tribünenbereich war beim Dressurderby am Sonntag lange Zeit unbesetzt geblieben, da die Zuschauer vorrangig die Plätze im Eingangsbereich stürmten.

Abgesehen davon wollen die Organisatoren die Ausstellungsfläche im Dressurareal ausbauen. "Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Maßnahmen um Kosmetik", so Wulff, der mit der Turnierentwicklung zufrieden ist.

Neben den rund 74 000 Zuschauern, die das Derby insgesamt besucht haben, seien auch die hohen TV-Einschaltquoten beim NDR (Marktanteil am Sonntag 12,7 Prozent) und der ARD (9,8 Prozent) ein deutliches Zeichen für die gute Organisation und den sportlichen Wert des Events, sagte Wulff.

Grund genug, sich in den nächsten Jahren um die Austragung eines Championats zu bewerben. Dafür müsse allerdings das Umfeld stimmen, betonte Wulff, der es als seine vorrangige Aufgabe betrachtet, die Global Champions Tour "weitere fünf Jahre" an Hamburg zu binden. Dass die hoch dotierte, über mehrere Kontinente führende Springsportserie weiterhin Station in der Hansestadt machen wird, gilt als sicher. "Wir müssen nur noch Details abstimmen", so Wulff.

Ein positives Feedback erhielten die Derbymacher zudem von Vertretern der Stadt. Mit Sport- und Innensenator Michael Neumann habe es am Donnerstag "konstruktive Gespräche" gegeben, erklärte Wulff. Dass der Senator am Sonntag keine Zeit hatte vorbeizuschauen, habe terminliche Gründe gehabt. Viele Zuschauer monierten derweil, dass sich weder die führenden Senatsmitglieder noch Bürgermeister Olaf Scholz am Sonntag beim größten norddeutschen Reitsportevent blicken ließen.

( (jad/jmo) )