Der Weg zum Gipfel führt für die HSV-Handballer durch die Hölle

In Lübbecke darf der Tabellenführer noch nicht an Kiel denken

Hamburg. Was alles passieren kann, wenn man den zweiten Schritt vor dem ersten macht, hat Martin Schwalb vor fünf Jahren erfahren müssen. Es passierte, als er morgens von seinem Bett aufstand, und endete schmerzhaft: Schwalb krachte mit dem Kopf gegen seinen Schlafzimmerschrank.

Der Trainer der HSV Hamburg erzählt diese Episode gern in diesem Handballfrühling. Er will es als Warnung verstanden wissen, denn in das Gipfeltreffen gegen den THW Kiel am kommenden Sonnabend würde er ungern mit einer Niederlage beim TuS N-Lübbecke an diesem Sonnabend hineinstolpern (19 Uhr/live im Internet bei Sport1.de). Es würde die Voraussetzungen fürs Kiel-Spiel zwar nur insoweit ändern, als dem HSV dann nicht mehr ein Unentschieden, sondern nur ein Sieg zur Tabellenführung gereichen würde. Aber so rechnet beim HSV niemand, versichern sie.

"Alle Macht und Energie" werde man aufbringen müssen, weiß Kapitän Guillaume Gille aus Erfahrung. Beim Heimspiel zitterte man sich zum Sieg, und auch den Pokalsieg hätten die Lübbecker dem HSV im Halbfinale fast vermasselt. "Diese knappen Ergebnisse sind das Beste, was uns passieren konnte", sagt Sportchef Christian Fitzek, "da kommt keiner auf dumme Gedanken."

Schwalb zählt den Gegner sogar "zu den fünf besten Mannschaften der Bundesliga", auch wenn die aktuelle Tabelle etwas anderes sagt: Dort steht der TuS auf Platz zehn, irgendwo im Niemandsland zwischen Europacup- und Abstiegsrängen. Und gegen den HSV muss er womöglich einen kompletten Rückraum ersetzen: Alexandros Alvanos, Henrik Hansen und der frühere HSV-Profi Michal Jurecki sind verletzt. Schwalb lässt sich davon nicht blenden: "Wir müssen uns darauf einstellen, durch die Hölle zu gehen."