Lindbergs linke Nummer entspannt die Hamburger

HSV-Handballer nach 33:24-Sieg in Düsseldorf weiter Spitze

Düsseldorf. Drei Titel wollten die Handballer des HSV in dieser Saison gewinnen, und wie es aussieht, scheint ihnen das auch zu gelingen. Nach dem Sieg im deutschen Pokal werden die Hamburger am Saisonende auch den höchsten Zuschauerzuspruch, bislang im Schnitt 10 290, aufweisen und zudem mit Hans Lindberg, 28, den besten Torschützen der Bundesliga stellen. Mit seinen 17 Treffern beim 33:24-(16:9)-Sieg des HSV in Düsseldorf setzte sich der dänische Rechtsaußen mit nun 230 Toren von seinem Verfolger Lars Kaufmann (Göppingen; 188) jetzt deutlich ab. Bemerkenswert dabei: Linkshänder Lindberg warf in Düsseldorf 18-mal aufs Tor, aber nur einer seiner acht Siebenmeter landete nicht im Netz.

Der 26. Saisonsieg, und das war die wichtigste Erkenntnis des souveränen Erfolges beim Tabellenvorletzten, sichert den Hamburgern weiter eine komfortable Ausgangsposition im Kampf um Titel Nummer vier, die deutsche Meisterschaft. Vor dem entscheidenden Duell am 22. Mai gegen den THW Kiel muss der HSV noch morgen zu Hause gegen die HSG Wetzlar (20.15 Uhr, O2 World) und am Sonnabend beim TuS N-Lübbecke seine Hausaufgaben erledigen. "Auch das sollte der HSV schaffen" meinte Düsseldorfs Trainer Ronny Rogawska, "die Mannschaft steht zu Recht an der Tabellenspitze."

Nach dem Champions-League-Aus beim spanischen Titelverteidiger Ciudad Real bemühte sich der HSV vom Anwurf an, keine Nervosität in den eigenen Reihen und vor allem keine Hoffnung beim Gegner aufkommen zu lassen. Das gelang. Nach 17 Minuten führte der Spitzenreiter 10:4 nach 26 mit 16:5. "Wir waren heute verflucht, Dynamik, Stärke und Willenskraft auszustrahlen", meinte HSV-Trainer Martin Schwalb, "nur kurz vor der Pause hatten wir einen kleinen Hänger. Den haben wir danach wieder behoben." Kritik gab es dennoch: "Wir waren in vielen Situationen zu nachlässig. Wir können es viel besser", sagte der designierte Nationalmannschaftskapitän Pascal Hens.

Nicht nur Kritik, richtigem Ärger sieht sich Frank Bohmann ausgesetzt. Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) erhielt vom Präsidium eine Abmahnung, weil er am 11. April nach dem Pokalsieg des HSV mit den Hamburgern feierte. "Es ist ein Eindruck entstanden, der dem Handball nicht weiterhilft", sagte HBL-Vizepräsident Ulrich Derad (Kiel) dem "Spiegel". Mit dem Vorgang will sich das Präsidium am 19. Mai befassen. Maßgeblich der unterlegene Pokalfinalist Rhein-Neckar Löwen hatte Bohmanns Verhalten beanstandet. Die Causa könnte nicht nur Konsequenzen für ihn haben. Hamburg steht in der Liga wegen des Heimvorteils für den HSV als Austragungsort des Final Four in der Diskussion. Der Vertrag mit der O2 World läuft bis 2012. Köln und Berlin haben Interesse an der Pokalendrunde angemeldet.

Tore, Düsseldorf: Hribar 8 (2 Siebenmeter), Weiß 6, Hegemann 4, Kogut 2, von Gruchalla 2, Asgeirsson 1, Fölser 1 (1); Hamburg: Lindberg 17 (7), Jansen 4, Flohr 3, Hens 3, G. Gille 2, K. Lijewski 2, Lackovic 1, M. Lijewski 1. Schiedsrichter: Biaesch/Sattler (Bad Soden/Oberursel). Zuschauer : 3187. Zeitstrafen: 3; 2.