Amateurfussball

Grubber: "Jeder bekloppte Torhüter hätte da protestiert“

Tänzchen mit Ball! Altonas Torschütze Vincent Book (2. v. r.) beweist körperliche Geschmeidigkeit und leitet den Ball elegant weiter.

Tänzchen mit Ball! Altonas Torschütze Vincent Book (2. v. r.) beweist körperliche Geschmeidigkeit und leitet den Ball elegant weiter.

Foto: André Matz

Torhüter beschwert sich beim Remis Barmbek gegen Altona. Curslacks Helmke freut sich über eine besondere Aufgabe.

Grubba protestiert, Stier trauert. Gut 1000 Zuschauer wollten den Klassiker zwischen Barmbek-Uhlenhorst und Altona 93 sehen, doch richtig interessant wurde es erst in der zweiten Hälfte. „Unsere erste Halbzeit war ganz schwach“, fand AFC-Keeper Tobias Grubba, der sauer über den Ausgleich war.

Nachdem Vincent Boock für Altona vorgelegt hatte, erzielte BU-Stürmer Tim Jeske per Kopf das 1:1. Der Schiedsrichter-Assistent hatte den Ball hinter der Linie gesehen. „Ich weiß nicht, ob er drin war, aber jeder bekloppte Torhüter hätte da protestiert“, so Grubba, der sich lautstark beschwerte. Auch BU-Trainer Marco Stier trauerte zwei Punkten nach: „Wir hatten ein deutliches Chancenplus. Wir haben zu wenig Punkte, aber die holen wir uns alle nächste Saison.“


Drei Tore im Spiel. Für Erheiterung unter den Zuschauern sorgten die stürmischen Wetterverhältnisse im Hammonia-Landesligaspiel zwischen TuRa Harksheide und Eintracht Lokstedt. In der 35. Spielminute schob der starke, böige­ Wind ein offenbar schlecht verankertes großes Tor auf Rollen auf das Spielfeld, das sich circa 30 Meter in die linke Spielhälfte bewegte.

Somit bestand zumindest theoretisch die Chance auf einen Extratreffer für die Spieler. „Der Ball war gerade auf der anderen Seite, deshalb konnte keine der beiden Mannschaften ein Zusatztor erzielen“, kommentierte TuRa Harksheides Trainer Jörg Schwarzer schmunzelnd. Das Spiel gewann übrigens Harksheide mit 2:0. Leon Schulz und Yassin Conjani trafen in der ersten Halbzeit ins richtige Tor …


Ivanko-Wunder kommt näher. Eine erstaunliche Trendwende im Abstiegskampf der Oberliga Hamburg zeichnet sich beim Wedeler TSV ab. In den vergangenen fünf Partien holte die zur Winterpause mit nur elf Punkten abgeschlagene Mannschaft bereits zehn Punkte. Jüngster Coup: das 2:0 gegen Niendorf. Kjell Ellerbrock (15.) und Marlo Steinecke­ (90.+3) nutzten die wenigen Ballbesitzzeiten der Gastgeber zu zwei Treffern. Nach der Niederlage des HEBC in Sasel (0:2) sind es für die Wedeler nun nur noch zwei Punkte Rückstand bis auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz.

„Ehrlich gesagt hätte ich das nach unserer katastrophalen Vorbereitung im Winter nicht mehr geglaubt. Da haben wir ganz schlechte Ergebnisse geliefert“, gab Wedels Manager Thorsten Zessin zu. Einen Teil des Wunders macht er am im Winter neu verpflichteten Trainer An- delko Ivanko fest. „Andelko hat uns durch die Umstellung von Vierer- auf Dreierkette defensiv stabilisiert und mit der Mannschaft wieder Feuer reingebracht. Nun wollen wir die Saison bis zum Schluss offenhalten.“

Ein historisches Vorbild für die Wedeler Aufholjagd existiert übrigens auch. In der Oberligasaison 2010/2011 holte der WTSV in der Hinrunde nur neun Punkte – und verpasste den Klassenerhalt nach starken 23 Zählern in der Rückserie nur um zehn Tore ...


Condors Abstieg kaum noch zu retten. Oberligist SC Condor ist trotz „nur“ vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer kaum noch zu retten. Gegen Meister TuS Dassendorf verlor das Team mit 0:6. Die erwartete Klatsche ist weniger das Problem als die Bilanz vom im Winter nach einigem Tohuwabohu verpflichteten Coach Florian Neumann. Aus sechs Partien holte er nur einen Zähler bei 5:26 Toren.

Wenig deutet darauf hin, als könnten die Oldenfelder das Ruder noch einmal herumreißen. „Ich habe uns heute 50 der 90 Minuten gut im Spiel gesehen. Wir können den Klassenerhalt noch schaffen“, versuchte sich Neumann nach der Partie als Mutmacher. „Doch trotz des starken Gegners heute ist natürlich die Flut der Gegentore, die wir schlucken, insgesamt viel zu hoch.“

Die Frage, ob seine Mannschaft weiterhin intakt sei, beantwortete Neumann auf differenzierte Weise: „Auf dem Spielfeld wirkt es vielleicht manchmal so, als sei die Mannschaft nicht intakt, aber betrachte ich das Innenleben des Teams, so ist sie sehr wohl intakt. Nimmt sich ein Spieler zu sehr aus der Gemeinschaft aller heraus, wird das intern von anderen Spielern gut reguliert. Da habe ich nicht den Erziehungsauftrag.“


Lechlers Dreierpack. Seine bisherige Torquote übertraf der Curslacker Arnold Lechler beim 4:1 im Oberligaspiel gegen den SC Victoria. Zwei Treffer hatte der in dieser Spielzeit lange verletzte Lechler bislang erzielt, gegen Vicky glückten ihm drei wunderschöne Tore. Lechler erinnerte dabei besonders beim 1:0 und beim 4:1 an den Torjägerinstinkt der einstigen Curslacker Tormaschine Christian Spill. Zum Führungstor schlenzte er höchst gefühlvoll ein, den Endstand stellte Lechler technisch perfekt per wunderbarer Ballannahme, Dribbling und trockenem Schuss her.

Das letzte Tor schien Curslacks Vorstandsvorsitzender Hartmut Helmke allerdings gar nicht mitbekommen zu haben. „Ich darf heute zum ersten Mal eine Pressekonferenz leiten, weil unser Manager Oliver Schubert im Urlaub ist. Das ist nach einem 3:1-Sieg natürlich eine sehr angenehme Aufgabe“, erklärte Helmke freudig. Umgehend korrigierte ihn das Publikum im Vereinsheim am Gramkowweg mit lauten „4:1“-Rufen. Besser auf den Punkt als Helmke kam Victorias Trainer Fabian Boll nach seiner zweiten Niederlage in Folge mit seiner Spielanalyse: „Dieses Spiel können wir wie ein gebrauchtes Tapeband in die Tonne kloppen.“