Condors lange schlimme „Phase“

Nur 4:4 nach zweimaliger Führung mit drei Toren. Trainer Woike nimmt sich Klopp zum Vorbild

Hamburg. Condors Innenverteidiger Oliver Doege war fassungslos: „Ich kann mir das einfach nicht erklären. Erst nutzen wir alle Chancen, und dann sind wir wieder so unaufmerksam“, haderte er. Das für die 300 Zuschauer sensationelle 4:4-Spektakel gegen Altona 93 ließ ihn und seine Mitspieler trauern. Wieder nur ein Remis für Condor, das achte im zwölften Spiel.

Dabei hatten die „Raubvögel“ gierig losgelegt. 3:0 führte Condor nach zwölf, 4:1 nach 19 Minuten. Doch die Treffer von Jawla (2.), Karaaslan (7., 19., FE) und Flores (12.) reichten nicht zum Sieg. Lipke (23., 21.), Clausen (45.) und Hansen (73.) belohnten Altonas Moral mit einem 4:4. Auffällig: Sowohl lange Bälle als auch Standards bereiteten Condor enorme Probleme. „Wir haben zu wenig Druck auf den Ballführenden ausgeübt und die zweiten Bälle verloren. Und wir kassieren wieder zwei Freistoßtore nach dem Muster wie letzte Woche in Elmshorn“, ärgerte sich Condors Trainer Christian Woike. Bereits dort verspielte sein Team ein 3:0.

Das Wort „Krise“ wollten aber weder er noch Doege in den Mund nehmen. Die tabellarische Magerkost sei „eine Phase“, fanden beide. Teils, so Woike, erklärbar mit den vielen Verletzten zu Saisonbeginn, teils mit der unsicheren mentalen Verfassung nach den Negativerlebnissen. Diese unerwartete Aufgabe sei „spannend und reizvoll“. Dass Woike sie angehen darf, ist klar. Die Trainerfrage stellt sich bei den seriös arbeitenden „Raubvögeln“ nicht. Allerdings muss die Mannschaft endlich beginnen, spielerische Klasse mit vernünftigem Defensivverhalten zu kombinieren. „Jürgen Klopp hat gestern gesagt, zu viele Spieler haben mit ihrem Langzeitgedächtnis zu tun. Der Spruch gefällt mir. Was war, zählt nicht mehr“, gab Woike seinen Spielern mit auf den Weg. Doege erinnerte trotzdem noch einmal an die Vergangenheit: „Wir sind Condor. Jeder kennt uns. Wir haben das Pokalfinale nur unglücklich verloren. Wir haben Qualität und werden da unten wieder rauskommen.“