Der Beweis des Ronald Lotz

Victorias Manager tritt kürzer. Nachfolger Piel nach 1:4 gegen Bremen II: „Bleiben zu 75 Prozent drin“

Hamburg. Seine ersten Tage beim SC Victoria im Jahr 2006 hat Ronald Lotz bis heute nicht vergessen. „Ich gab das Ziel aus, die Nummer drei im Hamburger Fußball zu werden. Einige Leute sehe ich noch vor mir. Wie sie darüber lachen“, sagte Lotz am Donnerstag im Vereinsheim Victoria Klause. Der erfolgreichste Manager der letzten acht Jahre im Hamburger Amateurfußball gab dort seinen Teil-Rücktritt bekannt. Diverse Aufgabengebiete wie die Kontakte zu Sponsoren behält der 47-Jährige, doch „die sportliche Leitung der Regionalliga-Mannschaft als Liga-Manager hat ab sofort Sven Piel, der vom Oberligisten Blankenese zu uns kommt“, sagte Lotz. Piel, 30, sei der Beste, um Victoria in die Zukunft zu führen. Seit Monaten befinden sich Lotz und Piel bereits im Austausch miteinander.

Mit der Ära Lotz sind große Erfolge verbunden. Fünf Meisterschaften, vier Pokalsiege, fünf DFB-Pokalspiele, darunter das 1:0 gegen Zweitligist Oberhausen 2010, fallen in seine Zeit. Ebenso der regionalligataugliche Ausbau des Stadions Hoheluft. Unter Lotz erarbeitete sich der Klub das Image des Vorzeigevereins im Hamburger Amateurfußball. Völlig ungetrübt ist die starke Bilanz allerdings nicht. Der Klassenerhalt als Außenseiter in der Regionalliga Nord gelang vergangenes Jahr nur durch Lizenzentzüge anderer Teams. Nun ist Victoria wieder Letzter. Nach dem 1:4 gegen Bremen II wird die Lage immer schwieriger. Nachfolger Piel, in Blankenese durch großen Einsatz, den Oberliga-Aufstieg und spektakuläre Trainerentscheidungen wie Thomas Seeliger und Dennis Mitteregger aufgefallen, ist optimistisch: „Wir bleiben zu 75 Prozent drin. Die entscheidenden Spiele gegen direkte Konkurrenten kommen noch“, sagt er. Näher am Team will er sein, neue Ideen einbringen. Lotz hat die Lacher von damals widerlegt, den Beweis geführt. Jetzt ist Piel dran. Der Anspruch Victorias ist es weiterhin, dritte Kraft in Hamburg zu bleiben. Die Fußstapfen, in die Piel tritt, könnten größer kaum sein.