Göttlings makellose Bilanz im Pokal

Amateurfußball: Victoria-Trainer gewann alle 21 Oddset-Spiele seiner Amtszeit, Paloma und Curslack müssen 20 Elfmeter schießen, Schenefeld entgleitet die Überraschung

Der Segen der Orangenhaut. Mit der Unterstützung eines ungewöhnlichen Glücksbringers schoss Geburtstagskind Michael Sara den Hamburger Regionalligaclub SC Victoria beim Oberligisten FC Elmshorn vor 403 Zuschauern mit 1:0 ins Pokalviertelfinale. „Ich werde heute 23, und damit wir feiern können, legte mir Mitspieler Cem Cetinkaya ein Stück Organgenhaut in den Schuh“, erklärte Sara nach dem Spiel. Beflügelt von der Zitrusfrucht staubte Sara in der 78. Minute zum Tor des Tages ab und sorgte nebenbei für die Fortschreibung einer beeindruckenden Serie von Trainer Lutz Göttling. Seit seinem Amtsantritt am 1. Juli 2011 bestritt Göttling 21 Partien im Amateurpokal – und gewann sie alle. Nun strebt Victoria dem Titel-Hattrick entgegen.

Ob Elmshorns Trainer Achim Hollerieth hingegen bis zum Saisonende bleibt, bleibt offen. „Das liegt weniger an uns als an ihm. Kommen interessante Vereine auf ihn zu, haben wir irgendwann im März einen neuen Trainer. Wenn nicht, habe ich kein Problem, mit ihm zu verlängern“, sagte Elmshorns Präsident Helge Melzer. Hollerieth wünscht sich mehr Kommunikation des Vereins mit den Spielern: „Was in fünf Monaten hier alles passierte, war katastrophal. Meine Jungs sind keine Maschinen. In der Winterpause muss dringend mit ihnen gesprochen werden.“

Böse stark, Jonas noch besser. Zwei Torwartleistungen zum Einrahmen boten im Pokalduell zwischen Hammonia-Landesligist USC Paloma und Oberligaclub Curslack Yannik Jonas und Freddy Böse. Während torloser 120 Minuten bewiesen beide mit spektakulären Paraden ihr Können. Im Elfmeterschießen parierte Curslacks Böse dreimal. Das reichte nicht, denn der zuletzt umstrittene Jonas entschärfte sogar vier Strafstöße und sicherte dem Außenseiter nach 20 Schützen einen 7:6-Erfolg. „Yannik hat einen Sahnetag erwischt. Er hat uns auch mal Punkte gekostet und musste viel Kritik einstecken. Wenn es einen Richtigen getroffen hat, dann ist er es“, freute sich Trainer Marco Krausz. Bei der Begutachtung der 2:0-Überraschung des Hammonia-Landesligisten VfL 93 gegen Oberligaclub Meiendorf durch die Tore der früheren St.-Pauli-Spieler Olufemi Smith und Marius Ebbers äußerte Krausz gemeinsam mit Condors Trainer Christian Woike einen speziellen Wunsch fürs Viertelfinale. „Wir sind uns einig“, so Krausz. „Wir hätten gerne zwei Freilose…“

„Außenseiter“ gewinnt. Die spektakulärste Pokalschlacht des Wochenendes entschied Oberligaclub Bramfelder SV beim Hammonia-Landesligisten Blau-Weiß 96 Schenefeld für sich. BSV-Trainer Hardy Brüning hatte im Vorfeld sein in der Oberliga noch siegloses Team als „Außenseiter“ deklariert und für Verwunderung bei den Gastgebern gesorgt. Tatsächlich führte Schenefeld mit 3:1, bevor Bramfelds Innenverteidiger Christan Westphal dreimal traf (62., 90.+1, 101. Minute). Nach einer Roten Karte für Lars Briewig (107.) glich Jannik Swennosen per Foulelfmeter in Unterzahl (112.) aus. Endgültig besiegelt wurde der kuriose Spielverlauf im Elfmeterschießen. Bramfeld zeigte sich treffsicher, die Schenefelder Eico Westphal, Swennosen und Ferninand Adelmann vergaben allesamt. „Ich bin total enttäuscht. Bei allem Respekt vor Bramfeld: Es war wohl nie so einfach für uns wie heute, ins Viertelfinale zu kommen“, sagte Schenefelds Trainer Selcuk Turan. Sein Kollege Brüning war derweil damit beschäftigt, die Lobeshymnen auf seinen dreifachen Torschützen Westphal abzumildern. „Das waren sehr schöne Tore von ihm. Er musste sie machen, sonst hätte er es mit mir zu tun gekriegt. Schließlich verschuldete er das 1:3.“

Oddset-Pokal, Achtelfinale: Sasel – Pinneberg 3:2 n.V., Osdorf – HR 0:1 n.V., Paloma – Curslack 7:6 n. E., Elmshorn – Victoria 0:1, Schenefeld – Bramfeld 4:7 n.E., VfL 93 – Meiendorf 2:0, Uetersen – Altona 2:3 n.V., Dersimspor – Condor 1:4.