Oliver Kral: „Wir kämpfen bei SCALA nicht gegen Windmühlen“

Hamburg. Gelungene Premiere, verpatzter zweiter Akt. Nach vier Punkten zum Saisonauftakt verlor Oberligaaufsteiger SC Alstertal-Langenhorn fünfmal in Folge. Trainer Oliver Kral nach dem 1:2 gegen Dassendorf über eine fehlende Bestrafung, die Grenzen des eigenen Außenseitertums und die Vereinsarbeit für angemessene Aufwandsentschädigungen.

Hamburger Abendblatt:

Wie froh sind Sie, nicht höher verloren zu haben?

Oliver Kral:

In Hälfte eins waren wir nicht wach. Nach unserem Anschlusstreffer vergab Dassendorf viele Chancen. Diese Fahrlässigkeit hätte meine Mannschaft gerne bestrafen dürfen. Leider vergab Azadeh das 2:2.

Nach einer gängigen Trainertheorie hilft ein guter Start bei einer tollen Saison. Warum klappt das bei SCALA nicht?

Kral:

BU spielte sich beim 7:1 in einen Rausch, Halstenbek kam beim 5:0 mit gefühlt elf Zweimeter-Leuten hier an, gegen die unsere kleinen Stöpsel kaum Zweikämpfe gewannen. Beim 1:3 in Meiendorf waren wir zu schlecht, in Elmshorn kassierten wir das 1:2 nach einem Torwartfehler in der 90. Minute.

Vielleicht fehlt einfach Qualität?

Kral:

Wir sind nur personell arg gebeutelt. Sind alle wieder fit, können wir die Klasse halten. Wir kämpfen bei SCALA nicht gegen Windmühlen an.

Sollen im Winter noch Spieler kommen?

Kral:

Die Vereinsphilosophie lautet: Wir setzen auf die eigene Jugend.

Vereinsphilosophien kann man ändern...

Kral:

Oberligastars können wir nicht bezahlen. Das wäre auch nicht gut fürs Team. Es hieße dann zu Recht: Wieso kriegt der viel Geld und ich fast nichts?

Arbeiten Sie daran, diesen Zustand der schlechten Bezahlung zu ändern?

Kral:

Wir arbeiten daran, unsere Spieler besser zu honorieren. Manche sehen mich öfter als ihre Freundin. Ihr Aufwand soll sich finanziell etwas lohnen. Das tut er nicht, wenn jemand mit 50 Euro im Monat heim geht.