Menschlich gesehen

Fair gewinnt

Das 2:0 im Oberligaspiel gegen den SC Vier- und Marschlande war kaum abgepfiffen, da dachte der Buchholzer Trainer Thomas Titze schon voller Vorfreude an die Gala des Hamburger Fußballverbandes am gestrigen Montag im Grand Elysée. Kein Wunder: Dort konnten der 53-Jährige und sein Team den nächsten Sieg feiern – sie wurden als fairste Mannschaft ausgezeichnet. Seit Stiftung des „Sparda Bank freundlich & fair“-Preises in der Rückrunde 2007/2008 gewann Buchholz bereits zum neunten Mal die 3000 Euro für den fairsten Oberligisten. Mit nur 15 Gelben Karten ohne einen Platzverweis stellte Titzes Team in der Rückrunde 2012/2013 sogar einen Bestwert auf.

Der 2,02-Meter-Mann Titze, im elften Jahr bei 08 auf der Bank, fordert von seinen Spielern nicht nur Leistung, sondern auch ein tadelloses sportliches Verhalten auf dem Rasen. Sich beim Schiedsrichter zu beschweren, Gelbe Karten für den Gegner zu fordern oder einen anderen Spieler zu foulen, um, wie es oft heißt, „ein Zeichen zu setzen“ – bei Titze wird ein solches Verhalten nicht toleriert. „Wir sollten alle versuchen, unserer Vorbildfunktion gerecht zu werden, auch auf dem Fußballplatz“, sagt er stattdessen – und findet dafür auch bei den eigenen Söhnen, Torwart Henrik, 27, und Mittelfeldspieler Sören, 28, Zuspruch.

Seit dem Oberligaaufstieg 2006 ging es für Buchholz steil nach oben. Sogar zwei Vizemeisterschaften (2010, 2011) sprangen heraus. Fairness kann eben auch Tore schießen.