Altona wird zum Buchholzer Angstgegner

Amateurfußball: St. Pauli II und Norderstedt verlieren Regionalliga-Start, Kieckbusch sieht von der Bank Gelb-Rot, SCALA stellt die T-Shirt-Frage

Keine Punkte, keine Tore. Das Debüt von Thomas Meggle als Trainer des FC St. Pauli II in der Regionalliga Nord ging mit 0:4 bei Wolfsburg II verloren. Ebenfalls ohne Tore und Punkte blieb Aufsteiger Eintracht Norderstedt. Die Truppe von Thomas Seeliger unterlag zum Start mit 0:2 beim Vizemeister der Vorsaison, dem TSV Havelse.

Neue T-Shirts? Einen exzellenten Auftakt in die Oberliga Hamburg legte im Aufsteigerduell der SC Alstertal-Langenhorn hin. Mit 6:1 fegten die Jungs von Oliver Kral den letztjährigen Meister der Landesliga Hammonia, die SV Blankenese, von der Siemershöh. „Bei uns kam heute viel Negatives zusammen. Wir befinden uns noch in der spieltaktischen Entwicklung“, kommentierte Gästetrainer Dennis Mitteregger das Debakel. SCALA-Coach Oliver Kral betätigte sich als Mahner: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Für uns geht es nur um den Klassenerhalt.“ Dann präsentierte Kral noch eine gute Marketingidee: „Wir haben schon gemeinsam überlegt, ob wir neue T-Shirts zum Warmmachen brauchen, da wir jetzt eine Woche lang Tabellenführer sind. Ich glaube, so weit ist unser Merchandising aber noch nicht.“

Verflixter Schlussakkord. Eine schauderhafte Schlussphase erlebte Oberligist Bramfelder SV gegen den SC Condor. Kurz vor dem Abpfiff der Partie unterband BSV-Verteidiger Karl Bogucki einen Konter der Gäste mit einem rüden Foul. „Dafür hätte es Rot geben können, aber er kam mit der Gelben Karte davon“, sagte Bramfelds Ligamanager Söhren Grudzsinki.

Den eigentlich fälligen Platzverweis kassierte dafür Boguckis in der zweiten Halbzeit ausgewechselter Kollege Thiemo Kieckbusch in der anschließenden Rudelbildung. Ohne Trikot stürmte er auf den Platz und fing sich die Gelb-Rote Karte ein. Nachdem sich die Gemüter wieder einigermaßen beruhigt hatten, flankte Condors Kevin Mellmann den Freistoß in die Mitte, und Carlos Flores erzielte mit der letzten Aktion das 2:1-Siegtor für die Gäste. „Wir hatten so einen wunderbaren Familientag auf unserer Anlage, aber so zu verlieren ist schon sehr schade“, sagte Grudzinski.

Lipke bleibt kritisch. „Es tut mir leid, aber nach drei Minuten hätten wir eigentlich gegen zehn Mann spielen müssen“, sagte der Buchholzer Trainer Thomas Titze gefrustet nach der Niederlage im Oberligaspiel bei Altona 93. Die Szene erhitzte noch nach dem Spielende die Gemüter: AFC-Keeper Marcel Kindler hatte den Buchholzer André Müller vor dem Strafraum rüde von den Beinen geholt. Schiedsrichter Dennis Krohn gab nur Gelb – zum Glück für die Altonaer. Sie gerieten zwar in Rückstand, doch Benjamin Lipke drehte das Spiel per Elfmeter (27.) und Freistoß (75.). Der Matchwinner ließ sich von den Fans am Ende feiern, blieb nach der Partie aber selbstkritisch: „Sieht man die erste Halbzeit, dann sind wir noch weit entfernt von dem, wo wir eigentlich stehen wollten und könnten.“

Nach dem vierten Altonaer Sieg in Folge gegen Buchholz mausert sich der AFC langsam zum Buchholzer Angstgegner. Altonas Trainer Oliver Dittberner wollte trotzdem nicht von einem Lieblingsgegner sprechen: „Ich hab nur eine Lieblingsmannschaft: Altona 93“, sagte er.

Es kann nur besser werden. Wie in der vergangenen Saison erlebte der Meiendorfer SV einen Fehlstart nach chaotischer Vorbereitung mit einem dünnem Kader. Mit 1:4 ging der Oberligaclub bei tropischen Temperaturen in Rugenbergen baden. Bereits zur Halbzeit stand es 3:0 für die Bönningstedter. MSV-Trainer Matthias Stuhlmacher attestierte seiner Elf „Schlafwagenfußball“ in der ersten Hälfte. „Man hatte das Gefühl, dass jeder hier nur ein bisschen das Trikot spazieren trägt“, sagte Stuhlmacher, der nun auf zehn neue Spieler, unter anderem Urlaubsrückkehrer, hofft.

„Das Positive ist: Es kann nur besser werden“, so der Coach. Der nächste Sieg ist in der Tat schon in greifbarer Nähe. Morgen gastieren die Meiendorfer in der zweiten Runde des Oddset-Pokals beim Escheburger SV (Kreisklasse). Im Vorjahr marschierte Meiendorf im Pokal bis ins Halbfinale.

Theetz steigt ab. Gleich zwei Spielklassen tiefer kickt künftig Hamburgs Enfant terrible Marco Theetz. Im Sommer wechselte der 32-Jährige nach zwölf Jahren am Curslacker Gramkowweg zum Oberligaaufsteiger TuS Dassendorf. Doch dieser Wechsel ist schon wieder Makulatur. Beide Parteien einigten sich auf eine Vertragsauflösung.

Künftig trägt Theetz das Trikot des Ost-Bezirksligaclubs ETSV Hamburg. Eine eventuelle Rückkehr, so Curslacks Manager Jens Seddig, sei kein Thema gewesen. Trotzdem trifft Theetz seine Fans nun sieben Monate früher wieder. Statt am 5. April 2014 zum Oberliga-Auswärtsspiel mit Dassendorf spielt er bereits am 7. September 2013 mit ETSV Hamburg bei Curslack II. Gemeinsam mit dem ehemaligen Oststeinbeker Saboor Khalili, der ebenfalls kurzfristig zum ETSV wechselte.