Ohne Alibi siegt der SC Sperber

Rettung in Landesliga Hammonia nach 4:0 gegen Lieth in Sichtweite. Sideris spielt überragend

Hamburg. Manager Jens Stümpel, bei seinem SC Sperber auch als Stadionsprecher aktiv, bewies schon vor Spielbeginn Stil. Statt mit großen Sprüchen Kampf einzufordern, wählte Stümpel die elegante Form der Ansprache, als seine Mannschaft und die SV Lieth zum Abstiegsendspiel im Sport-Duwe-Stadion bereitstanden. "Und nun wünschen wir Ihnen spannende Unterhaltung bei diesem Abstiegskrimi", sagte der Mann, der am Freitag zur Trennung von Cheftrainer Andreas Prohn klare Worte fand.

"Unsere Mannschaft hat jetzt kein Alibi mehr", hatte Stümpel gesagt. Prohn hatte ihn um die vorzeitige Vertragsauflösung gebeten, da ihm "die sportliche Perspektive bei Sperber fehle". Dem Verein, der sich in der Hinrunde bereits von Coach Sascha Cirkovic trennte, fehlten die Punkte. Nur sieben Zähler holte Prohn in acht Partien.

Also griff Sperber auf eine Lösung zurück, die bereits im Winter vier Punkte aus acht Spielen einbrachte: ein Interimstrainer-Trio mit Tommy Reiher, Steffen Harms und Björn Kalla an der Spitze. Sogleich stellte sich der gewünschte Erfolg ein. Nach einer völlig zerfahrenen ersten Halbzeit spielte besonders ein Mann ganz groß auf: der eingewechselte Nikolas Sideris.

Erst bediente er Harms, der zunächst verdutzt schien, sich nicht in Abseitsstellung zu befinden, bevor er das 1:0 (52.) erzielte. Das schön herausgespielte 2:0 durch Jan Ramelow (66.) leitete er ebenfalls ein, machte das 3:0 selber (67.) und war am 4:0 durch Simon Burhorst erneut beteiligt (85.). "Alle Einwechslungen passten heute. Nikolas war sehr gut", sagte Kalla. "Solche genialen Spielzüge üben wir natürlich im Training", fügte er verschmitzt an.

In den letzten Wochen habe die Mannschaft "fast nur Schönspielerei betrieben". Nun seien die Raubvögel zu den einfachen Dingen zurückgekehrt. Mannschaftliche Geschlossenheit und Einsatzfreude zum Beispiel. Außerdem seien Spieler abergläubisch. Das Trainertrio habe noch nicht verloren. "Wir glauben an die Jungs, die Jungs an uns", so Kalla. Führt das zur Rettung, kann Stümpel seine stilvollen Ansagen weiter in der Landesliga verkünden.