Pieper: "Ich spiele auch bei 0:6 nicht auf Schadensbegrenzung"

Hamburg. Statt einer Hängepartie die Vertragsverlängerung, statt einem Signal seiner Mannschaft ein desolater Auftritt. Frank Pieper bleibt bis 2014 Trainer bei Barmbek-Uhlenhorst. Aber bleibt sein Team auch in der Oberliga? Nach dem 0:6 in Bramfeld sieht es nicht danach aus. Der Coach im Interview über taktische Umstellungen, ein leeres Kabinenversprechen und die Interpretation einer Pressemitteilung.

Hamburger Abendblatt:

Was war los?

Frank Pieper:

Das war ein gebrauchter Tag. Wir sind nicht an die Wand gespielt worden, machten aber zu viele Fehler.

Besonders Rechtsverteidiger Paschen wirkte überfordert ...

Pieper:

Deshalb habe ich ihn nach 24 Minuten runtergenommen.

Sie beorderten dann Arlioglu in die Innenverteidigung. Er legte das 0:3 auf ...

Pieper:

Uns fehlen viele Spieler. Also musste Arlioglu dort spielen. In der Vorbereitung klappte es. Heute nicht.

Zur Pause stand es 0:4. Was haben Sie Ihrem Team in der Kabine gesagt?

Pieper:

Dass alles drin ist, siehe Deutschland gegen Schweden. Und dass das Spiel eine Charakterfrage ist. Bober versicherte mir, alles im Griff zu haben. In der 55. Minute kassierte er Gelb-Rot. Das darf ihm nicht passieren.

Warum spielten Sie weiter nach vorne?

Pieper:

Ich spiele auch bei 0:6 nicht auf Schadensbegrenzung. Der Abstieg wird nicht an einem Tor hängen.

Ihr Vertrag wurde verlängert. Haben Sie ein Zeichen Ihres Teams erwartet?

Pieper:

Das hat nichts miteinander zu tun. Der Verein hat ein Zeichen gesetzt.

Gilt Ihr Vertrag auch für die Landesliga?

Pieper:

Es gab eine Pressemitteilung.

Dort steht dazu nichts ...

Pieper:

Es steht auch nicht drin, dass er dort nicht gilt. Aber wir steigen nicht ab. Das war das Saisonspiel, wo alles schiefläuft. Nun müssen wir gegen unsere Konkurrenten punkten.