USC Paloma will bis Weihnachten durchhalten

Trainer hofft auf die Rückkehrer nach dem 1:1 beim SC Condor

Hamburg. Vor zwei Monaten war die Welt an der Brucknerstraße noch in Ordnung. Am 4. September war es, da verspielte der USC Paloma zwar beim Oberliga-Auswärtsspiel in Curslack eine 3:0-Führung und fuhr mit einem 3:3 heim, aber dennoch prasselten die Lobeshymnen kübelweise auf das Team ein. Mit dem Abstieg, so der einhellige Tenor der Experten, werde diese Mannschaft nichts zu tun haben. Zu spiel- und offensivstark sei sie dafür. Technisch zu gut. Manchmal nicht effektiv genug und, wie in Curslack, gar ein wenig fahrlässig, doch der einstellige Tabellenplatz sei mindestens drin. So schien der einzige Grandplatzverein der Oberliga auf dem Weg, endgültig dauerhaft höhere Gefilde anzustreben.

Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Nach acht sieglosen Partien findet sich der USC Paloma im Abstiegskampf wieder. Auch das 1:1 beim SC Condor brachte nicht den gewünschten Befreiungsschlag. "Uns fehlen momentan entscheidende Leute, auch wenn ich nicht jammern will. Der Physiotherapeut arbeitet bei uns am meisten. Wir werden den Klassenerhalt aber auf jeden Fall schaffen", behält Trainer Frank Hüllmann jedoch die Ruhe. Dabei spielt der 46-Jährige nicht nur auf die verletzten oder gesperrten Spieler (u. a. Sven Francke, Felipe Vidal, Dennis Gregori, Andre Lohfeldt) an.

Denn vor der Saison verlor der USC einiges an Qualität. Stark ins Gewicht fallen Torwart Frank Dröge (Karriereende), Verteidiger Kusi Kwame (Holstein Kiel) und besonders Top-Stürmer Kevin Weidlich (FC Sylt). "Klar vermissen wir Kevin zurzeit. Er konnte viele Situationen mit seiner Schnelligkeit prima lösen, war immer für eine tolle Einzelaktion gut", so Hüllmann. "Aber er ist nicht mehr da, und wir müssen mit unseren jetzigen Mitteln klarkommen."

Daher hat der Trainer als erste Maßnahme eine defensivere Spielweise verordnet, um das Teamgefüge zu stabilisieren. Und obwohl das Remis auf den ersten Blick nicht wirklich weiterhilft - Liga-Obmann Rathke: "Leider spielen wir zu oft Remis. Es ist aber für uns nicht einfach, da wir nicht 20 gleich gute Spieler haben" -, freute sich "Hülle" über den Punkt am Berner Heerweg und lobte die "taktische Vernunft" seiner Elf, die selbst eine halbe Stunde in Unterzahl schadlos überstand.

Die Zeit bis Weihnachten wollen sie nun an der Brucknerstraße ordentlich überstehen - um dann mit den "Rückkehrern" in der Rückrunde durchzustarten. Ein Zuschlagen auf dem Transfermarkt ist allerdings nicht ausgeschlossen, wenn sich die Verletztenseuche fortsetzt. Bereits sicher ist, dass der Verein ein Gnadengesuch im Fall Dennis Gregori einreichen wird. Der bis zwei Spieltage vor Saisonende gesperrte Mittelfeldspieler des USC Paloma (das Abendblatt berichtete) entschloss sich, seine Karriere fortzusetzen, trainiert weiter mit dem Team und könnte noch ein wichtiger Eckpfeiler für die Aufholjagd werden. Rathke: "Wir hoffen, dass das HFV-Präsidium unserem Antrag stattgeben wird." Wäre dies der Fall, könnte Gregori vielleicht schon im März wieder auflaufen.