Meiendorfs Heimspielabsage wird zum großen Reinfall

OSV siegt am grünen Tisch. MSV will durch alle Instanzen

Hamburg. Am Sonnabend verlor der Meiendorfer SV sein Oberliga-Heimspiel gegen Germania Schnelsen mit 0:1. Doch eine viel schlimmere Heimniederlage war das Hauptthema an der B75. Denn bereits einige Tage zuvor sorgte der Spielausschuss des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) mit seiner Entscheidung, das vor zwei Wochen vom MSV abgesagte Heimspiel gegen den Oststeinbeker SV mit 3:0 für die Gäste zu werten, für einen Paukenschlag. "Eine Entscheidung, die wir anfechten werden", wie MSV-Präsident Jens Malcharczik bekannt gab.

Einen Tag vor der für Sonnabend, den 28. August um 13 Uhr angesetzten Begegnung wurde der Rasenplatz an der Meiendorfer Straße laut Malcharczik vom Bezirksamt Wandsbek gesperrt. Oststeinbek legte Einspruch ein und argumentierte, das Duell hätte auf dem Grandplatz am Deepenhorn stattfinden können. Dem gab der Spielausschuss statt. "Es spielt dabei keine Rolle, ob der MSV bestimmte Anlagen als Ausweichplätze vor der Saison gemeldet hat", so HFV-Pressesprecher Carsten Byernetzki. "Es stand eine spielfähige Anlage zur Verfügung, die der Verein nutzt. Fast zeitgleich fand zudem ein Jugendspiel am Deepenhorn statt."

Letzteres bestreitet Malcharczik nicht. Doch auch der Grandplatz am Deepenhorn sei vom Bezirksamt Wandsbek gesperrt gewesen. Das B-Jugendspiel des MSV gegen Friedrichsgabe (2:8) habe nur stattgefunden, da der Platzwart nicht zugegen war. Dies scheint eine dünne Verteidigungslinie zu sein, denn insgesamt fanden am Deepenhorn an besagtem Wochenende sieben Partien statt, vier davon am Sonnabend. Somit müssten sich alle zuständigen Schiedsrichter über die Sperrung hinweggesetzt und den Platzzustand anders bewertet haben. Auch an der Meiendorfer Straße wurde am Sonntag bereits wieder gespielt. Die heimischen Verbandsliga-Damen verloren gegen den SC Eilbek mit 0:7.

Währenddessen erhält Behrend Schulz, ehemaliger Assistent des Platzwartes beim MSV, seine Vorwürfe (das Abendblatt berichtete) aufrecht: "Der Verein hat sich verkalkuliert. Es handelte sich garantiert um eine taktische Absage wegen der vielen Verletzten." Davon will der MSV-Präsident weiterhin nichts wissen, während sein Trainer Lutz Göttling eine andere Facette des Falls beleuchtete: "Der Verband schickte uns einfach eine E-Mail mit seiner Entscheidung, anstatt uns anzuhören. Das finde ich sensationell", erklärte er ironisch. "Unsere Chancen auf eine Austragung des Spiels sehe ich als sehr groß an. Wir haben unseren Standpunkt bereits schriftlich beim HFV eingereicht." Somit wird sich nun das Verbandsgericht mit dem Fall befassen. Gegen dessen Entscheidung wäre noch ein weiterer Einspruch möglich. Diesen Weg will der MSV notfalls gehen. Was man beim OSV gelassen sieht: "Unser Einspruch ist berechtigt", erklärte Oststeinbeks Ligaausschuss-Mitglied Dieter Loock. "Wir gehen davon aus, dass es beim 3:0 für uns bleibt."