Reise

Ein Jahr Auszeit für die Weltreise

In Südafrika auf Armlänge mit Löwen; ein Galagosbaby in meinen Klamotten gefunden; Angler beobachtet, die einen weißen Hai an den Strand gezogen haben; vor einem übermütigen Nashornbaby weggelaufen; von Bettwanzen heimgesucht; als Weiße unter Schwarzen gewesen; Mandelas Zelle fotografiert; Wale springen sehen; Straußenrührei gefrühstückt.

In Indien Kulturschock erlitten; in Mumbai Zug gefahren; Nerven verloren; auf Popkonzert in Kerala getanzt; Kühen auf Bürgersteigen ausgewichen; bestes Essen der Welt gegessen; drei Stunden Kathakali ausgehalten; Affen in Tempeln abgewehrt; Ganesha angebetet; beim Filmdreh Zaungast gewesen; mit Fischern die Netze eingeholt.

In Thailand mit dem Rad durch enge Foodmärkte in Bangkok gezwängt; von Tuk-Tuk-Fahrern übers Ohr gehauen worden; Tempeloverkill erlitten; Weihnachten bei 35 Grad am Strand verbracht; an tropischen Riffen getaucht; Vollmondparty, Schaumparty, Silvester auf Ko Samui in der Hängematte verdöst; beim Yoga verbogen.

In Kambodscha von Grenzern zur Kasse gebeten; fermentierten Fisch mit Ameisen gewürzt; zu Gast bei Einheimischen gewesen; im Ochsenkarren durchs Dorf chauffiert; von schlechten Meeresfrüchten niedergestreckt und wieder berappelt; von Polizisten zum Mittrinken genötigt; in Angkor Wat Ruinen erklommen; durch unberührten Dschungel gewandert; von Hunden gehetzt, mit Fahrrad entkommen.

In Vietnam unverletzt eine vierspurige Straße überquert; mit Russen bis in die Puppen gefeiert; auf dem Motorrad ins Hochland geeiert; die Narben von Agent Orange gespürt; auf Nachtmärkten gefeilscht; mit Muongfrauen durch Reisterrassen gewandert; Krokodil am Spieß gekostet und festgestellt, es schmeckt nicht wie Hähnchen.

In Laos verliebt; in Tempeln gekniet; mit einem Elefanten abgetaucht; vom Happy Cookie niedergestreckt; zu Buddha gebetet, in Mehl paniert, klitschnass ins buddhistische Neujahr geschickt; Legenden über Riesentonkrüge gelauscht; im Mekong Flussdelfine gesichtet; von einem Zehnjährigen durch unerforschte Höhle geführt.

In Singapur Krankenhaus von innen gesehen; Architektur bewundert; von Liebeskummer geplagt; über stylishe Jugend gewundert; im Vergnügungspark gelangweilt; in Shoppingmalls verlaufen; auf Kaugummi verzichtet.

In Neuseeland mit sechs Fremden wenige Quadratmeter geteilt; im Wohnwagen kampiert; einen Gletscher bestiegen; 100 Meter tief abgeseilt; in Höhlen Glühwürmchen funkeln gesehen; unter Wasserfällen geduscht.

Die Reise meines Lebens – sie dauerte ein ganzes Jahr.