Reise

Kiten im Winter, ausgebuchte Hotels und Angeltouren mit den Fischern

Liebe Mallorca-Freunde, die ersten Frühlingsboten haben die Insel ­erobert. Sie präsentiert sich in diesen Februarwochen von ihrer charmantesten Seite: ein Blütenmeer in Weiß und Zartrosa. Die Mandelblüte bittet zur Audienz. Alljährlich lockt sie etwa eine Million Gäste an. „Und alle sind von diesem Naturschauspiel fasziniert“, sagt Wanderführer Masio Vicenc. mit dem ich unterwegs bin. Bereits Mitte Januar öffneten sich die ersten zarten Knospen im Südosten der Insel zwischen den Dörfern Ca’s Concos und Alqueria Blanca, am sogenannten Hamburger Hügel. Hier, wo viele Hanseaten in ihren Fincas überwintern. Jeden Tag breitet sich die ­Blüte ein Stück weiter westwärts über die Ebenen aus.Anfang März stehen dann alle fünf Millionen Mandelbäume in voller Blüte.

Ist die Insel bereits für den Sommer ausgebucht? Wie die mallorquinische Tageszeitung „Ultima Hora“ berichtet, haben viele Hotels für die Monate Juni, Juli und August keine freien Zimmer mehr. Yvonne Swiezawski, Sprecherin der mallorquinische Hotelkette Riu, bestätigt: „Im Juli und August sind unsere Hotels auf Mallorca teilweise schon jetzt fast voll.“ Der Urlauber­ansturm sei noch nie so groß gewesen wie in diesem Jahr, heißt es. Der Grund sind die Terroranschläge in Ägypten, Tunesien und in der Türkei. Diese drei beliebten Reiseziele verzeichnen starke Einbußen.
Ideale Bedingungen bietet Mallorca zur Zeit den Golfern, Tennisspielern und Kite-Surfern. „Die Insel ist im Winter ein wahres Paradies für unsere Sportler“, sagt Frederico Knuchel. Der 76-jährige Schweizer (Handicap 11) ist der Präsident der Vereinigung der Golfplätze (www.mallorcagolfisland.com). Auch Tennis scheint wieder „in“ zu sein. „Wir unterrichten Fünf- bis 80-Jährige“, berichtet Ali Yenilmez. Er ­leitet die Tennis Academy in Peguera, hier, wo Steffi Graf und Boris Becker schon trainiert haben. Ali verbrachte einen Teil seiner aktiven Zeit am Rothenbaum (www.tennisacademymallorca.com/de). Hochbetrieb melden auch einige Strände. „Immer mehr Leute interessieren sich fürs ­Kiten im Winter“, sagt Oliver Lorenz. Der 38-jährige Deutsche betreibt eine Skite-Schule. Er bringt seinen Schülern bei, wie sie am besten mit einem Surfbrett und einem Windschirm über die Wellen flitzen können. (http://ollikitemallorca.com).
Mit den Fischern frühmorgens aufs Meer fahren und die Netze einholen. Was sich Urlauber oft sehnlichst gewünscht haben, soll von diesem Frühjahr an erlaubt sein. Antoni Garau, der Geschäftsführer des Fischereiverbandes, bestätigte dies. Nach seinen Worten soll die neue Regelung Zusatzeinnahmen für die Fischer ermöglichen und die Fischerei den Menschen näherbringen. Boote unter acht Metern sollen zwei Gäste aufnehmen können, Boote zwischen acht und zwölf Metern bis zu vier und Schiffe zwischen zwölf und 20 Metern bis zu acht.
Der Naturstrand des Küstenortes Son Serra de Marina im Norden der Insel gilt als einer der ruhigsten Flecke Mallorcas. Doch das sollte sich ändern. Die zuständige Gemeinde Santa Margalida wollte den beschaulichen Küstenabschnitt attraktiver gestalten, sie plante den Bau eines Chiringuitos, eines Strandkiosks, wollte Liegen und Sonnenschirme aufstellen. Die Bürger jedoch meldeten Protest an. Die zuständige Bezirks-Regierung lenkt etwas ein. So sollen weniger Liegen und Schirme aufgestellt werden, auch auf einen Surfbrett- und Tretboot-Verleih soll verzichtet werden.