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Nervtötendes Schlüsselerlebnis

Warum nur gibt es diese Dinger? Diese riesigen Plastikschwimmer in Neonrot, die mit einem Ring aus Draht an die Zimmerschlüssel eines Ferienhotels gebunden sind. Oder das Exemplar in einem Konkurrenzhotel: etwas kleiner, aber aus Kautschuk.

Dann gibt es diese dekorativen Dinger, die auf dieselbe Weise mit den Schlüsseln verknüpft sind: geschnitzte Seepferdchen im Designerhotel oder kantige Holzquader im Schnäppchen-Quartier. Keiner von beiden passt in die Hosentasche. Oder, neuerer Clou, der scheckkartengroße, aber fast fingerdicke Plexiglasblock, der wiederum zusammen mit dem Schlüssel am bewährten Drahtring baumelt und notwendig ist, um das Zimmer nach Wiederkehr zu illuminieren. Wer Licht will, muss ihn in einen exakt dafür geeigneten Schacht knapp hinter der Zellentür stecken, damit fortan die Stromverorgung steht.

Warum nur so unpraktisch? Und warum traut sich fast keiner, die beiden Elemente, die einfach nicht zusammengehören, für die Dauer des Aufenthalts zu trennen? Den Schlüssel in der Hosentasche verschwinden zu lassen, als wäre man zuhause, den Plastikschwimmer, den Kautschuk-Korken, das liebevoll geschnitzte Seepferdchen, das Vierkantholz und sogar den Erleuchtung bringenden Plastikquader einfach mal im Zimmer zurücklassen. Keinem von ihnen würde etwas geschehen, niemand sie zwischenzeitlich vermissen. Und kurz vorm Check-out könnte man die beiden ja wieder zusammenführen, ehe man sie artig wieder abgeben muss. Als wäre nichts geschehen.