Rügener Haus grüßt die Segler

Kleine Fluchten: Hotel Godewind in Thiessow liegt am südöstlichsten Zipfel von Deutschlands größter Insel

Knorrige Eichen und riesige Buchen begleiten unsere Fahrt gen Osten auf Rügen, Deutschlands größter Insel. Als wir die Alleenbäume hinter uns lassen, wechselt die Landschaft: Rechter Hand erstrecken sich die Boddengewässer, linkerhand die Strände der Ostseeküste. Dort, wo die Straße eine scharfe Biegung nach rechts macht, ist unser Ziel. Das Hotel Godewind in Thiessow.

Wir werden auf der Sonnenterrasse von Kristin Munzert, der Hotelleiterin, erwartet. Sie weist uns auf die schöne Aussicht hin, die man von hier hat. Der Blick geht über die Thiessower Salzwiesen, die Zickersche See bis zu den sanften Hügeln der Zickerschen Berge. „Die höchste Erhebung beträgt 66 Meter“, sagt Frau Munzert, „von dort haben Sie einen wundervollen Blick über das ganze Mönchgut bis hin nach Bergen.“

Zusammen mit ihrem Mann eröffnete Kristin Munzert 1999 das Hotel. Lars Munzert ist als Küchenchef für das Kulinarische zuständig. „Unsere Küche ist saisonal ausgerichtet, mit regionalen Produkten“, sagt er. Da darf der Dorsch auf der Speisekarte nicht fehlen – wie auch die deftige Bratkartoffelpfanne.

Kristin Munzert managt den Hotelbetrieb. „Uns ist sehr an einer familiären Atmosphäre gelegen“, sagt die Hotelchefin. Neben 15 Doppelzimmern und zwei Suiten verfügt das Hotel über zehn Appartements – alle gemütlich im Landhausstil eingerichtet. Die Appartements verfügen über eine Miniküche mit kleinen Ceranherd, Kühlschrank und Geschirrspüler. „Die werden meist von Familien mit Kindern gebucht“, sagt Kristin Munzert. Aber auch ein älteres Publikum ist im Godewind gern zu Gast, denn die Ruhe und die Ostseenähe besitzen eine hohe Attraktivität. Die Leihfahrräder des Hotels nutzen viele Gäste, um Touren durch das Mönchgut oder über den Radweg bis zum Ostseebad Binz zu unternehmen.

2011 wurde das Hotel erweitert. Im Neubau entstand ein großer Wellness-Bereich mit Schwimmbad, Sauna und Dampfbad. Kalorien werden im angrenzenden Fitnessbereich abgebaut – oder bei einem ausgiebigen Strandspaziergang. Eine Ostseebrise weht uns entgegen, es kann nicht weit zum Strand sein.

Wie wir später erfahren, macht hier die Halbinsel gleich der Straße eine Biegung nach Westen. So ist es egal, ob der Wind aus Osten oder Westen bläst, Surfer finden fast immer gute Bedingungen vor. Ideal auch für Badegäste, die sich aussuchen können, mit mehr oder weniger Wellen ins Wasser zu springen. Unweit erhebt sich der fast 40 Meter hohe Lotsenberg mit dem Lotsenturm. Wir folgen dem Tipp der Hotelchefin, steigen hinauf und haben einen weiten Blick über den Südosten der Insel bis zur Nachbarinsel Usedom.

Einer weiteren Empfehlung kommen wir auch nach: auf der Sonnenterrasse des Hotels die Abendstimmung genießen – und beobachten, wie die Sonne in den Bodden taucht. Unseren Eindruck vom Hotel bringt der Serviettenaufdruck auf den Punkt: Godewind. Das kleine Individuelle.