Grüße aus Mallorca

Ehemaliges Militärgebiet wird zum Naturparadies

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Insel-Infos und Anekdoten von Jürgen Bungert

Liebe Mallorca-Freunde, waren auch Sie schon mal im November auf der Insel? Sie würden Ihr Mallorca nicht wiedererkennen. Die von der Sonne verbrannten Wiesen sind wieder grün, die ersten Wandelröschen blühen in roten und gelben Farben, die Felder sind bestellt, die letzten Granatäpfel, Feigen und Mandeln werden geerntet und aus dem Boden sprießen die Artischocken. Ich liebe diese Zeit. Keine verstopften Straßen, die Strände sind leer und das Wasser mit 21 Grad noch angenehm. Auch wenn die meisten Restaurants und Hotels geschlossen haben, in den Dörfern gibt es in den Bars täglich frische Tapas, und in Palma finden Sie jederzeit in einem Stadthotel eine Bleibe. Wie wäre es mit ein paar Tagen Urlaub auf einer Insel, die gerade selbst Ferien vom Stress der Saison macht?

Vielleicht ist das eine Gelegenheit, die Bewohner und ihren Alltag kennenzulernen. Am 18. November feiert Mallorca in Inca sein größtes Volksfest. Mittelpunkt ist ein historischer Bauernmarkt, dessen 200 Marktstände sich im Zentrum der Lederstadt verteilen. Mallorquiner in Originaltrachten bieten regionale Köstlichkeiten an, servieren mallorquinischen Wein. Es ist ein heiteres Fest mit Volkstanz und vielen Darbietungen. Zum "Dijous Bo" - was so viel heißt wie "Guter Donnerstag" - erwartet man ca. 200 000 Besucher.

Haben Sie Lust auf einen Italiener? Fabio Ditolve betreibt in Palma am Paseo Maritimo das "Garibaldi". Das Restaurant gehört zu den wenigen auf der Insel, die auch im November und Dezember geöffnet haben. "Unser Hit ist das 10-Euro-Menü", sagt Fabio. Der 28-Jährige spricht Deutsch. Er wurde in Freiburg geboren. Seit vier Jahren lebt er auf Mallorca. Sein Angebot ist perfekt. Für zehn Euro gibt es Pizza, Antipasti, Pasta und verschiedene Süßigkeiten (Telefon: 0034/971/737572).

Seit mehr als 60 Jahren ist das Cap de Pinar nicht mehr von Privatpersonen betreten worden. Der äußerste Zipfel der Halbinsel "La Victoria" im Norden Mallorcas bei Alcudia war militärisches Sperrgebiet und ist völlig unberührt. Neben einem Militärgebäude gibt es einen Leuchtturm, einen Aussichtspunkt und mehrere einsame Strände und Buchten. Jetzt dürfen täglich 50 Personen das Naturparadies besuchen. "Wir sind sehr zufrieden", begrüßt Umweltminister Gabriel Vicens die Vereinbarung. Sie bietet Naturliebhabern ein neues, attraktives Ziel.

In Palmas Trendstadtteil Portixol treffe ich Bianca Koppelmann. Die 42-jährige Hamburgerin betreibt dort den kleinsten Friseursalon Mallorcas mit dem schönsten Blick aufs Meer. "Ein Hochzeitsgeschenk meines Mannes", erzählt sie mir. Bianca und der österreichische Tourismusexperte Andreas Berger hatten am 1. Oktober geheiratet. Der Mini-Salon befindet sich direkt an der Strandpromenade über dem Restaurant Iceberg. Wer sich von Bianca verschönern lassen möchte, sollte mit ihr einen Termin vereinbaren (Tel. 0034/871236960).

Mallorcas Mühlen sollen künftig Strom erzeugen. Der Verein der Mühlenfreunde hat dafür einen Generator entwickelt. Incas Bürgermeister Rafael Torres hofft, dass bereits 2012 der erste Windpark auf der Insel in Betrieb geht. Mallorcas 4000 Mühlen sind das bekannteste Wahrzeichen der Insel. Die ersten wurden im 13. Jahrhundert gebaut. Mit Ausnahme von Kreta gibt es nirgendwo so viele Windmühlen wie auf der Baleareninsel. Heute haben sie kaum noch einen praktischen Wert, einige pumpen Wasser auf die Felder.

Luxus kennt keine Grenzen. Jetzt soll auf dem Gelände des Flughafens in Palma für knapp sechs Millionen Euro ein neuer Hangar für Privatjets entstehen. Denn immer mehr Reiche fliegen die Insel im eigenen Flugzeug an. Im vergangenen Jahr waren es 5600 Fluggäste. "Mallorca ist eine unserer wichtigsten Destinationen", bestätigt Mike Ulka von der Hamburger Privatfluggesellschaft Air Hamburg. Die Jets verfügen über fünf und acht Plätze. Kosten: ab 15.000 Euro ( www.air-hamburg.de ).