Kleine Fluchten

Auch Ritter hätten sich hier wohlgefühlt

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Dolores Kummer

Im Lakeside-Burghotel zu Strausberg kann der Gast speisen und nächtigen wie im Mittelalter. Schon am Eingang wartet Hausgeist Gargoyle.

Es war einmal ein Berliner, der studierte in England und verehrte dort die Ritter und Burgen. So etwas wollte er auch besitzen. Zurück in der Heimat, begann er zu suchen. Doch solche Kastelle fand er weder in Berlin noch im Land Brandenburg. Darum kaufte er sich einen alten Gasthof und baute ihn um - im englischen Stil. Das Haus lag direkt an einem See und einem verwunschenen Wald mit vielen Wildschweinen. Und weil er seine Burg noch schöner und größer haben wollte, baute er weiter, da ein Türmchen, dort noch einen Flügel, sogar ein Amphitheater, und als ihm 2005 vom vielen Bauen die Luft ausging, fand sich rasch ein anderer Berliner, der sich für das schöne Objekt begeisterte. Er baute einen großen Swimmingpool dazu und einen riesigen Rittersaal, mit einem Kamin, so groß, dass man sogar einen ausgewachsenen Eber darin grillen konnte.

Stück für Stück wurde aus der Burg das Vier-Sterne-Hotel The Lakeside - Das Burghotel zu Strausberg. Schon am Eingang präsentiert Hoteldirektor Horst Hampel den Hausgeist Gargoyle. Eine Art guter Drache, dem man im Haus noch öfter begegnet: als Gemälde, als Statue oder im Wappen des Hauses. Gargoyle wacht über den Schlaf der Gäste, genauso wie das Einhorn, ebenfalls ein Wappentier des Burghotels.

Ja, die Ritter hätten sich hier wohlgefühlt. Bereits im Eingangsbereich und im anliegenden Pub fallen einem die vielen Ritterrüstungen, die Gemälde und Kamine ins Auge. In den 45 Doppelzimmern, drei Familienzimmern, dem Hochzeitszimmer und der Burgsuite stehen ausgesuchte Möbel. Tapeten und Teppiche kommen aus England, sogar die blauen Streifenfliesen im Bad sind aus dem Land der Queen.

"Ein zufriedener Gast reicht uns hier nicht, wir möchten, dass der Gast begeistert ist", sagt Horst Hampel. Stolz führt er durch den Spa-Bereich. Das Einhorn leuchtet türkis vom Poolboden herauf. Es gibt mehrere Saunen mit Aromatherapie, Erlebnisduschen, Tepidarium, einen Beautygarten und Massage- und Kosmetikangebote. sogar einen kleinen Coiffeursalon.

Am schönsten aber ist das "Bad der Sinne", eine Wohlfühllounge mit Jacuzzi und Candle-Light-Dinner. Vorbei geht es draußen am hauseigenen Kräutergarten zum Restaurant Royal. Hier kocht Sven Knospe, ein junger Brandenburger, der nach sechs Jahren im Bayerischen so einige Gerichte für die Ritter mitgebracht hat. Im großen Saal unter dem Kuppelgewölbe mit dekorativen Malereien bereitet er einmal im Monat eine "Üppige Tafeley" für bis zu 150 Personen zu. Da wird deftig gespeist, getrunken und gesungen wie im Mittelalter. Mit dabei sind die Schlossgeister und auch so mancher Komödiant. Der Küchenchef bevorzugt frische Produkte aus der Region wie Havelzander, Büffelmozzarella oder Kartoffeln aus Hirschfelde, aus denen er die traditionellen Kartoffelplätzchen selbst herstellt. Auch die hausgemachte Wildschweinsülze darf nicht fehlen, denn nichts gibt es im Strausberger Forst so viel wie Wildschweine.

Doch heute bereitet der Koch ein ganz besonderes Menü zu. Es sind 70 Gäste zum Krimi-Dinner "Blaues Blut" geladen, ein Event, das bis Mitte März zu buchen ist. Das Menü besteht aus dem Opfer "Der dummen Gans am Wegesrand", der Tatwaffe "Dem Gift-Pilz", dem Unterschlupf "Einem Schwein im Unterholz" und dem Verdächtigen "Der Überführung im Kaffeehaus". Alles schmeckt köstlich. Doch das Publikum hat noch eine Aufgabe zu lösen: Es gilt einen Mord auf der Burg aufzuklären.