Kleine Fluchten: "Hotel de Saxe" in Dresden

Ein Barockbau im Herzen der Stadt

Foto: Michael Pasdzior

Im 18. Jahrhundert wurde das Hotel schon mit dem Namen geführt. Wenn das nichts heißt.

Den Innenarchitekten dieses Hauses ist es - als Gegenpol zur barocken Außenfassade - tatsächlich gelungen, im Innern der klassischen Moderne den Vorzug zu geben. Materialien wie schwarzer italienischer Granit, farbiges Glas und Edelstahl verbinden sich mit dunklen Hölzern und hochflorigen asiatischen Teppichen zu einem harmonischen Ensemble. An den Wänden gibt es moderne Grafik, und außer der allgemein üblichen Bibel liegen hier auch die Lehren Buddhas aus. Von den Zimmern an der Vorderfront fällt der Blick auf den Neumarkt, der von der wiedererrichteten Frauenkirche beherrscht wird. Der Gast befindet sich mitten in der Stadt und somit in optimaler Lage.

Schon früher gab es an dieser Stelle ein Hotel. Bereits 1786 bat der kurfürstliche Rat Johann Christian Seyffert den Kurfürsten Friedrich August III. um die Erlaubnis, sein am Neumarkt gelegenen Haus als Hotel zu führen. Dem Gesuch gab der Kurfürst statt. Gut 100 Jahre später wurde das Hotel dann abgebrochen und durch ein Postgebäude ersetzt. Was blieb, war die wehmütige Erinnerung.

Doch die Wende machte es möglich, an alte Traditionen anzuknüpfen. Das "Hotel de Saxe" wurde neu aufgebaut, bei der Rekonstruktion wurde mit großer Sorgfalt und Detailtreue vorgegangen. Seit dem Frühjahr 2006 ist das Vier-Sterne-plus-Hotel in Betrieb.

Geführt wird es von dem sympathischen Hans Kauschke. Der humorvolle Berliner wollte anfangs gar nicht hierher, doch ein Wochenende in dieser Stadt überzeugte ihn, das Angebot anzunehmen. Ihn begeisterte vor allem die Lage: "Der Neumarkt ist das Herz Dresdens, und einen schöneren Platz in Europa gibt es gar nicht", ist er überzeugt.

Der Mittfünfziger hat seine Ausbildung im Hamburger "Atlantic" absolviert, arbeitete in London und in Paris. Über weitere Stationen kam er zum "Kempinski" in Berlin und zum "Steigenberger". Er handelt grundsätzlich nach der Maxime, "den Blickwinkel des Gastes im Auge zu behalten".

Auch speisen kann man hier auf hohem Niveau. Das Restaurant "de Saxe" mit schönem Balkon wird von Bernd Schade geleitet. Deftige sächsische Küche wird hier gekonnt verfeinert. Und es gibt auch internationale Küche, zum Beispiel Trilogie aus Meer und See auf Passe Pierrealgen und Jasminreis.

Auch für die Entspannung gesorgt, im Untergeschoss befindet sich ein Spa-Komfort-Bereich mit finnischer- und Biosauna sowie Dampfbad.