Amateurfussball

Der FC Ahrensburg – schon reif für die Verbandsliga

| Lesedauer: 6 Minuten
Arne Bachmann
Ahrensburgs Torschütze Metehan Erdem (l.) entwischt dem Bargfelder Patrick Weichmann. Jannes Petersen (r.) beobachtet die Szene.

Ahrensburgs Torschütze Metehan Erdem (l.) entwischt dem Bargfelder Patrick Weichmann. Jannes Petersen (r.) beobachtet die Szene.

Foto: Henrik BagdassariaN

Wer soll den Kreisliga-Spitzenreiter stoppen? Das 8:1 gegen den Bargfelder SV ist schon der dritte Kantersieg in Folge

Ahrensburg.  Schon in der Halbzeitpause bestehen keinerlei Zweifel mehr am nächsten Heimsieg des FC Ahrensburg. 5:0 führen die Kreisligafußballer gegen den in allen Belangen unterlegenen Bargfelder SV und damit ist klar: Der kleine Verein aus der Schlossstadt wird auf Tabellenplatz eins überwintern. Nach dem Einzug in das Kreispokalfinale ist es der nächste große Etappensieg.

„Wer hätte vor drei, vier oder fünf Jahren gedacht, dass es mal so weit kommt“, sagt Hasan Krasniqi, während sich die Mannschaften in die Kabinen zurückziehen. Der Vorsitzende des multikulturell geprägten Vereins kann sich noch gut an die unsteten Zeiten erinnern, als er in seiner damaligen Funktion als Co-Trainer immer wieder an einem Neuaufbau mitwirken musste.

Früher sind jedes Jahr die besten Spieler gegangen, jetzt bleiben sie

„Wir hatten jedes Jahr dasselbe Problem, unsere besten Spieler sind weggegangen. Jetzt bleiben sie und viele wollen sogar zu uns“, erzählt Krasniqi. Überhaupt habe sich das Gefühl auf dem Stormarnplatz geändert. „Früher war hier nichts los. Es hing ein einziges Sponsorenbanner, jetzt ist der halbe Zaun damit bedeckt. Zuschauer waren auch kaum da, inzwischen ist es fast jedes Mal voll – außer heute, bei dem Wetter.“

Wer lieber im Trockenen geblieben ist, verpasst eine Torflut im strömenden Regen. Die mit vielen höherklassig erfahrenen Spielern gespickte Mannschaft des FCA dominiert Bargfeld nach Belieben, fast jeder Offensivmann trifft. Hasan Ajvazi macht nach neun Minuten den Anfang. Wenig später muss Kahlil Mustafa nur noch ins leere Tor einschieben, weil Bennet Gollin vor Bargfelds herausgestürmtem Torwart an den Ball gekommen ist – 2:0 (17. Minute).

Nach der Pause lässt es der Spitzenreiter etwas ruhiger angehen

Ob aus dem Spiel heraus oder bei ruhenden Bällen, die Hausherren können machen, was sie wollen. Alles gelingt. Metehan Erdem streichelt einen Freistoß aus halbrechter Position ins kurze Ecke (34.) und bereitet vier Minuten später den Treffer von Milad Akin vor. Dann haut Bleron Selimi einen Freistoß aus etwa 40 Metern einfach mal aufs Gehäuse – der Ball springt von der Unterkante der Latte zum 5:0 über die Linie.

Nach dem Seitenwechsel lässt es der Tabellenführer etwas ruhiger angehen. Aber Bennet Gollin hat noch etwas zu erledigen. In den vorigen fünf Spielen erzielte er immer mindestens einen Doppelpack, diese Serie soll auch heute nicht enden. Nach Bargfelds Ehrentreffer von Yasin Meydaner (53.) macht Gollin das 6:1 (57.), sieht Akins 7:1 (77.) und setzt in der Nachspielzeit den Schlusspunkt (90.+2). Mit nun schon 20 Treffern führt der beim FCA zum Mittelstürmer umgeschulte Ex-Verteidiger die Torschützenliste der Staffel an.

Trainer erwartet Dreikampf mit der S.I.G. Elmenhorst und dem Leezener SC

6:1, 6:1, 8:1 – es ist Ahrensburgs dritter Kantersieg in Folge, im September gab es sogar mal ein 9:0. „Wenn wir ins Rollen kommen, haben wir ein Riesenpotenzial“, sagt Trainer Avni Ajvazi. Er legt Wert auf deutliche Ergebnisse. Nicht, um die Gegner zu demütigen, sondern weil das Torverhältnis am Saisonende entscheiden könnte. Die S.I.G. Elmenhorst punktet und trifft ähnlich zuverlässig, hat noch drei Nachholspiele in der Hinterhand.

Ajvazi erwartet einen spannenden Dreikampf, denn auch der Leezener SC ist noch im Rennen. „Aber wenn ich ehrlich bin, können uns nur Verletzungen stoppen“, sagt der Coach. „Ich denke schon, dass wir das stärkste Team sind. Wenn wir spielen, was wir können, haben wir jetzt schon Verbandsliga-Niveau.“

SSC Hagen II müht sich zu 3:2 gegen Union Oldesloe

Zumindest aus Stormarner Sicht ist der FC Ahrensburg in seiner Staffel das Maß aller Dinge. Nächstbester Club aus dem Kreis ist der Stadtkonkurrent SSC Hagen Ahrensburg II auf Rang fünf. Gegen Union Oldesloe mühte sich das Team nach zweifachem Rückstand zu einem 3:2 (1:1)-Erfolg. Nico Neuendorf (44.) egalisierte Marc Kunzes (41.) Tor. Bojan Stäcker (72.) glich per Elfmeter erneut aus, nachdem Luca Flor (66.) das Oldesloer 2:1 erzielt hatte. Für den Heimsieg sorgte Hannes Kretzschmar (80.).

Während sich Mannschaften wie Hagen II, Bargfeld, der VfL Rethwisch und wohl auch Union Oldesloe fernab jeglicher Aufstiegshoffnungen und Abstiegssorgen befinden, arbeiten andere am Klassenerhalt. Einen großen Schritt machte der TuS Hoisdorf dank Morten Weirauch (17.), Björn Linhard (19./Elfmeter) und Fabian Koch (71., 86.), die zum 4:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg trafen.

Der Tabellenvorletzte SV Hammoor setzt seinen Aufwärtstrend fort

Und auch der Tabellenvorletzte SV Hammoor scheint sich langsam zu fangen. Der Aufsteiger, der seine ersten neun Saisonspiele allesamt und meist deutlich verlor, feierte nun schon den dritten Sieg aus den letzten sechs Partien. Beim SV Henstedt-Ulzburg II trafen Tobias Mundt (2.), Lennart Schwartz (43.) und Maximilian Warnke (66.) zum 3:0-Triumph. Damit vergrößerte Hammoor seinen Abstand auf den SSV Pölitz schon auf sechs Punkte. Das Schlusslicht der Süd-Staffel hatte spielfrei.

In der Kreisliga Süd-Ost zeigte sich die SG Reinfeld/Kronsforde erneut in Torlaune – obwohl Marcel Dankert „nur“ einmal traf. Der Goalgetter besorgte beim 7:3 (4:2) über den TSV Siems den 1:1-Ausgleich (10.). In der Folge durfte er sich für seine Teamkollegen Benjamin Pirch (23.), Bengt Schulz (32.), Mika Cornelsen (45.), Dennis Schecke (70., 80.) und Fabian Meyer (90.) freuen.

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