Oberliga Schleswig-Holstein

SV Eichede mausert sich jetzt schon zum Topclub

| Lesedauer: 5 Minuten
Arne Bachmann
Aaron Gehrken (SV Eichede, v. l.), zieht an den Gegenspielern Enssa Ceesay und Brandel Crentsil (beide SV Grün-Weiß Siebenbäumen) vorbei.

Aaron Gehrken (SV Eichede, v. l.), zieht an den Gegenspielern Enssa Ceesay und Brandel Crentsil (beide SV Grün-Weiß Siebenbäumen) vorbei.

Foto: Henrik Bagdassarian

Stormarner Oberligafußballer schlagen Siebenbäumen 3:0. An der Tabellenspitze bahnt sich ein Vierkampf an.

Steinburg.  Der Chefcoach kämpfte bis zuletzt, aber es reichte einfach nicht. Wegen einer Magen-Darm-Erkrankung musste Paul Kujawski auf das Oberliga-Heimspiel des SV Eichede gegen Grün-Weiß Siebenbäumen verzichten. „Erst wollte er kommen, dann nicht, dann kurz vor dem Anpfiff doch. Kurzfristig musste er aber absagen“, sagte Co-Trainer Sascha Steinfeldt nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg der Stormarner über den Nachrichtenverlauf.

Es funktionierte ohne Cheftrainer und ohne Eichedes Fußballer der vergangenen Wochen. Denn auch Topscorer Morten Wahl fiel krankheitsbedingt aus, ebenso Außenverteidiger Richard Arndt. Dass von all diesen personellen Schwierigkeiten auf dem Platz kaum etwas zu sehen war, passt in das Bild, das sich beim SVE im September abzeichnet: Die Auftritte werden immer souveräner.

Torwart Marcel Gevert leitet die Führung mit einem Abstoß ein

Nachdem die Stormarner in der Frühphase der Saison zweimal Punkte liegen ließen (0:2 gegen Inter Türkspor Kiel und 2:2 beim TSB Flensburg) und drei Partien minimalistisch 1:0 gewannen, steht in diesem Monat eine optimale Bilanz von neun Punkten und 10:0 Toren aus drei Spielen. So mausert sich der im Sommer runderneuerte SVE schneller als von vielen erwartet zu einem echten Anwärter auf eine Topplatzierung und vielleicht sogar zu einem Titelkandidaten.

„Wir haben uns als Mannschaft gefunden, gerade im Spiel mit dem Ball“, sagte Kapitän Tom Wittig, der den Sieg mit seinem 1:0 in der 26. Minute eingeleitet hatte. „Inzwischen können wir uns auch gegen tief stehende Mannschaften mit spielerischen Mitteln durchsetzen. Es ist in der Tabelle sehr eng, dort stehen vor uns drei starke Mannschaften. Wir wollen so lange wie möglich oben mitspielen, haben Todesfelde und Kilia Kiel geschlagen – ich wüsste nicht, warum wir uns da verstecken sollten.“

Beim Gegner spielen mehrere ehemalige Eicheder

Das Derby gegen den nur Auch Sascha Steinfeldt, der die Kabinenansprache übernahm, konstatierte der Mannschaft eine gute Entwicklung: „Im Sommer gab es viele Veränderungen, dementsprechend festigt sich vieles erst im Laufe der Saison. In den letzten Spielen sind die Jungs gewachsen und fühlen sich zunehmend sicher in dem Konstrukt, das wir Trainer vorgeben. Sie lernen uns und wir die Jungs besser kennen. Auch heute war die Entwicklung zu erkennen, dass wir so ein Spiel ungefährdet gewinnen und uns nicht wie in der Vergangenheit durch ein paar fehlende Prozentpunkte um den Lohn bringen.“

Man habe von der Gefährlichkeit des Spiels gegen Siebenbäumen gewusst, sagte Steinfeldt. Bei dem Nachbarn aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, deren Sportanlage nur wenige Kilometer vom Ernst-Wagener-Stadion entfernt liegt, spielen mehrere Ex-Eicheder. Auch Trainer Gerd Dreller hat eine Vergangenheit beim SVE.

Das Eckenverhältnis in der ersten Halbzeit lautete 8:0

Steinfeldt: „Der Gegner kam mit einem Erfolg im Rücken, und es war ein Derby. Wir wollten gleich da sein und signalisieren, dass der Sieg nur über uns gehen kann.“ Das setzte die Mannschaft direkt um, einzig die Tore fehlten. Innenverteidiger Hendrik Ostermann traf nach einer Ecke per Volleyschuss die Latte (5. Minute), Maximilan Zoch (7.) und Kay-Fabian Adam (7.) scheiterten am Gästekeeper Yilmaz Caglar.

8:0 Ecken erspielten sich die dominanten Steinburger im ersten Durchgang, das 1:0 aber leitete der eigene Torwart ein. Einen langen Ball von Marcel Gevert köpfte Ostermann in Wittigs Laufweg.Der Treffer des Kapitäns blieb bis zur Pause der einzige, es war ein schmeichelhafter Zwischenstand für die Gäste, die phasenweise wie ein Absteiger auftraten. Auch diese Erkenntnis zählte zur Einordnung der Partie, Steinfeldt sprach später von einem Pflichtsieg.

Mit dem Freistoßtor von Gerret Grage war die Partie praktisch entschieden

Nach dem hübschen Freistoßtor von Gerret Grage (47.) war die Begegnung praktisch entschieden. Peer-Maurice Ehlers und Adam (49.) sowie Zoch (51.) vergaben Großchancen, ehe Evgenij Bieche mit einem Flachschuss zum 3:0 traf (70.). Im Anschluss wechselten die Eicheder fünfmal und spielten die Partie unspektakulär herunter. Einzig die Chancenverwertung war zu bemängeln. Nach wie vor warten einige Offensivspezialisten auf ihren Durchbruch. „Wir müssen noch zielstrebiger und entschlossener werden“, sagte Steinfeldt.

Da trifft es sich vielleicht gut, dass am Sonnabend, 24. September, die Husumer SV mit der schwächsten Abwehr der Liga (33 Gegentore) wartet. Mit einem Sieg könnten die Stormarner ihren perfekten Monat abschließen – und mit jeder Menge Selbstvertrauen beim Spitzenspiel gegen den Heider SV in den Oktober starten.

SV Eichede: Gevert – Reimers, Ostermann (80. Schubring), Meyer, Vollrath – Ehlers (80. Gelzer), Grage – Bieche (71. Fichtner), Zoch, Wittig (71. Gehrken) – Adam (85. Hasselbusch)

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