Bezirksliga Hamburg

Traumstart: Reinbek besiegt auch Hamwarde

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Arne Bachmann
Reinbeks Stürmer Daniel Otremba (l.) behauptet sich im Kampf um den Ball gegen Maurice Osterhof (SV Hamwarde).

Reinbeks Stürmer Daniel Otremba (l.) behauptet sich im Kampf um den Ball gegen Maurice Osterhof (SV Hamwarde).

Foto: JUERGEN NUPPENAU / HA

Bezirksligafußballer der TSV überraschen mit drei Erfolgen in Serie. Der TSV Glinde sucht noch seine Form.

Reinbek.  Bei den Reinbeker Heimspielen wird es immer voller im Paul-Luckow-Stadion. Das fiel auch dem Trainer Rainer Kucera auf: „Es waren schon viel mehr Zuschauer da als sonst, und wenn wir so weitermachen, bleibt die Tendenz sicherlich steigend.“ Kein Wunder, denn die TSV ist in der noch jungen Bezirksligasaison die Überraschungsmannschaft schlechthin. Das 3:2 (1:1) gegen den SV Hamwarde war für den Aufsteiger der dritte Sieg im dritten Spiel. Ein Traumstart.

Adam Jakubowski schießt Reinbeker im Alleingang zum Sieg

Beim 4:2 in der Woche zuvor hatte Daniel Otremba dreimal getroffen, diesmal wurde es die Show des anderen Stürmers. Adam Jakubowski, bester Torschütze in der Aufstiegssaison, schoss die Stormarner praktisch im Alleingang zum nächsten Sieg. Im ersten Durchgang glich er in der 28. Minute aus, nachdem Hamwarde durch Ruven Scharnberg (16. Minute) in Führung gegangen war.

Seine ganze Klasse bewies er in der zweiten Hälfte mit zwei weiteren sehenswerten Toren. Erst traf der Angreifer aus extrem spitzem Winkel zum 2:1 (56.) und auch das Siegtor erzwang er mit einer feinen Einzelleistung, als er einen Gegenspieler austanzte und zum Endstand vollstreckte (77.). Zwischendurch hatte Gordian Dähn (58.) egalisiert.

Trainer Kucera lobt seine Stürmer

Erst Otremba dreimal, nun Jakubowski. „Das haben wir uns natürlich von unserem starken Sturm versprochen“, sagte Kucera. „Dass es direkt so gut klappt und die ganze Mannschaft sofort in der Bezirksliga besteht, damit hätte keiner gerechnet.“

Dabei lief es gegen das Schlusslicht diesmal nicht so rund, wie bei den ersten beiden Siegen. „Wir waren das erste Mal so etwas wie ein leichter Favorit“, sagte Kucera, der mit Rüdiger Neuhaus ein gleichberechtigtes Duo bildet. „Für uns Trainer war es das wichtigste der Spiele, weil Hamwarde für uns ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf ist.“

Zielsetzung nach oben zu korrigieren, kommt nicht infrage

Nach nur drei Spieltagen die Zielsetzung nach oben zu korrigieren, kommt für die TSV nicht infrage. Hier und da müsse man bei der Mannschaft schon auf die Euphoriebremse treten, verriet Kucera. „Man hat es jetzt auch gegen Hamwarde gesehen: Sobald man glaubt, dass es schon laufen wird, ist es schwierig. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, konnten in der ersten Halbzeit nicht unseren Plan umsetzen.“

Als Belohnung für die drei Siege bekommen die Reinbeker nun ein echtes Spitzenspiel. Kommenden Sonntag, 11 Uhr, wartet der Titelkandidat Concordia II am Bekkamp. Für Kucera ist die Oberliga-Reserve des Traditionsvereins der Meisterfavorit, schon ein Unentschieden wäre demnach ein großer Erfolg. Beton werde die TSV deshalb aber nicht anrühren. „Den Fehler haben wir in der vergangenen Saison gegen starke Gegner gemacht. Diesmal werden wir so spielen wie bisher.“

Glinde zeigte wieder eine dürftige Vorstellung

Beim ebenfalls in der Ost-Staffel spielenden TSV Glinde läuft es dagegen überhaupt nicht. Trainer Sören Deutsch hatte die ersten beiden Partien wegen eines Dänemark-Urlaubs mit der Familie verpasst, verdarb sich einen Teil der Ferien, indem er die 1:5-Klatsche beim SC Eilbek auf Video ansah. Zurück in Stormarn, erhielt er von der Mannschaft nicht den gewünschten Empfang. Denn auch beim 2:2 (1:2) gegen den SV Nettelnburg-Allermöhe zeigten die Glinder eine dürftige Vorstellung. Deutsch wurde deutlich: „Wir kommen nicht in Fahrt, spielen momentan wirklich schlechten Fußball.“

Die Ballverlustquote sei extrem hoch, einzelne Spieler wirkten überfordert, erklärte der Coach die schwache Anfangsphase, die der SVNA zu Toren durch Michael Hamann (9.) und Can-Tarek Osman (23.) nutzte. Positiv dafür die Moral der Glinder, die dank eines Doppelpacks noch einen Punkt retteten. Dominik Heikaus verkürzte mit einem direkt verwandelten Freistoß noch vor der Pause (36.) und traf kurz vor dem Ende per Elfmeter zum Ausgleich (84.).

Kommendes Wochenende geht es gegen Spitzenreiter SC Vier- und Marschlande

Hoffnung macht zudem, dass zahlreiche Spieler aus dem Urlaub zurückkehren und den dringend benötigten Konkurrenzkampf anheizen könnten. Dass schon am kommenden Wochenende die Wende eingeleitet werden kann, erscheint trotzdem fraglich. Am Sonnabend, 20. August, wartet der Spitzenreiter. Die Partie beim SC Vier- und Marschlande (15.30 Uhr, Sporthallenweg) ist für Deutsch jedes Jahr ein besonderes Auswärtsspiel in der Heimat. Beim SCVM ist er seit Jahrzehnten Mitglied und kickt noch selbst in der Seniorenmannschaft. „Ich habe keinen Bock, in meinem Heimatdorf eine Ramme zu bekommen“, sagte er.

Eine solche Ramme, also eine hohe Niederlage, bekam an diesem Spieltag der Barsbütteler SV verpasst. Beim 2:5 (1:2) gegen den SC Eilbek half auch der Doppelpack von Marvin Ganschow (45., 87.) nicht. Für die Gäste waren Enes Gülaz (8.), Frederic Müller (31., 83.), Hamilton Garcia (57.) und Niko Scharnhorst (59.) erfolgreich.

Hoisbüttel rettet in der Nachspielzeit einen Punkt gegen Glashütter SV

Der Hoisbütteler SV (Nord-Staffel) holte extrem ersatzgeschwächt einen Punkt gegen den Glashütter SV, der nach dem Tor von Mustafa Ulas (21.) schon wie der sichere Sieger aussah. Zwei Leihgaben aus der eigenen Mannschaft besorgten den 1:1-Endstand in der Nachspielzeit: Kai Uwe Glantz (90.+4) verwertete eine Flanke von Christoph Schwichtenberg. Trainer Alexander Wind sagte: „Mit dem Unentschieden sind wir zufrieden. Uns haben 14 Leute gefehlt.“

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